Mittwoch, 25. November 2009

Skandinavian Reisen

Heute muß ich euch mal am E-Mail-Verkehr meiner Kollegen teilhaben lassen.
Zum besseren Verständis: Mark ist Australier (oder vielleicht war es auch Neuseeland) hat seinen Arbeitsplatz im Schloß und ist außerdem einer der Fortran-Leute, mit denen ich zusammen arbeite.

Betreff: missing sandal

Mark:

Hi,

Has anyone seen a black sandal lying around the castle somewhere? I seem to have lost one, unfortunately... It's for the left foot, is black, is size 41/42, is of the brand havaianas and has a brazilian flag on it.

If anyone haas seen it, I would quite like it back - I look a little silly walking around with just one...

Mark

Jane:

Is it not normal for a kiwi just to use one shoe?

Mark:

Cinderella has found [his] shoe! And is very happy for it!


Für den Fall, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht, möchte ich noch hinzufügen, dass wir immer noch hart an unserem Projekt arbeiten und fleißig darauf hoffen am Ende schicke Ergebnisse zu kriegen.

Zwischendurch habe ich auch mal wieder meine Touristenpflichten wahrgenommen und Wochenendausflüge nach Norwegen und Stockholm gemacht

Nach über 2 Jahren und vielem drüber Reden, habe ich es endlich geschafft Porsgrunn und den Leuten dort einen Besuch abzustatten. Und schon im Zug von Oslo nach Porsgrunn war ich einmal mehr, trotz diesigem Novemberwetter, von den Landschaft begeistert. Einfach wow. Da hat mein Herz schneller geschlagen und ich habe mich daran erinnert, warum ich im Sommer dort unbedingt Urlaub machen muß.

Und es war einfach großartig die Leute wieder zusehen. Leider waren nicht alle dort, weswegen ich 2010 nochmal vorbei schauen muß, aber es war trotzdem prima. Wie in guten alten Zeiten, habe ich bei meinen SriLankanern gewohnt. Die haben jetzt ein Auto und wir sind zu meinem Lieblingsfjord gefahren, waren Pizza essen, haben Siedler gespielt und nervige Möwen gefüttert, die im Sommer sicher wieder die ganze Nacht durch Rabatz machen. Natürlich mußte ich auch bei TelTek rein gucken. Von den Leuten, mit denen ich gearbeitet habe, ist kaum noch einer da, aber die haben jetzt einen Kaffeeautomaten :-)


Ein Wochenende später ging es nach Stockholm mit ein paar anderen IAESTE-Praktikanten. Auch da gab es verregnetes, diesiges Novemberwetter und die meiste Zeit war es dunkel. Aber mir hat die Stadt trotzdem gefallen - mit den vielen Inseln und Brücken und dem ganzen Wasser dazwischen, welches eine zu dichte Bebauung verhindert und so (im Sommer wahrscheinlich noch viel großartigere) Blicke auf die alten Häuser frei gibt.

Für die düsteren Wintertage gibt es jede Menge Museen. Aus Zeitgründen mußten wir uns auf eines beschränken und unsere Wahl fiel auf das Vasamuseeum. Eine großartige Wahl. Man betritt das Museeum und hat sofort einen beeindruckenden Blick auf die "Vasa" - ein 1628 gesunkenes und nach 333 Jahren wieder geborgenes und ziemlich gut erhaltenes Schwedisches Kriegsschiff. Wenn man sich daran satt gesehen hat, kann man sich noch darüber schlau machen, warum das Schiff gesunken ist, wie es gefunden und geborgen wurde, wie das Leben auf einem Kriegsschiff und sonst so in Schweden damals aussah und und und ...
Leider ging uns die Zeit aus, bevor wir alles bestaunen konnten, aber der Besuch hat sich trotzdem gelohnt.


Wie es sich für ordentliche Touristen gehört, waren wir am Sonntag Abend nach dem ganzen Sightseeing und dem Samstag-Nacht-Leben total fertig und nur noch dazu in der Lage uns im Hostel was zu Essen zu machen und auf den Nachtzug zurück nach Kopenhagen zu warten.


Donnerstag, 5. November 2009

Groß Reinemachen

Unglaublich, aber wahr. Es sieht doch tatsächlich so aus, als hätte ich noch etwas Zeit zum Blogschreiben, bevor ich mich auf meine nächtliche Reise nach Norwegen mache, um meine Porsgrunner zu besuchen.
Vor lauter Schreck weiß ich gar nicht mehr, was die letzten Wochen so los war.

Also da war natürlich unsere TDC-Party (Tour de chambre - für die Französich verstehenden unter euch) auf unserem Gang. Ein super Abend. Wir haben mit einem gemeinsamen Abendessen angefangen (Grundlage schaffen, nennt man das wohl) und dann haben wir nacheinander die Zimmer der teilnehmenden Leute besucht. In jedem Zimmer gab es einen Cocktail (oder ähnliches), der vom Gastgeber gereicht wurde und wenn alle Gläser gelehrt waren, sind wir weiter gezogen. Unterbrochen wurde das ganze vom Verzehr des Desserts und des Abendmahls, von einer Bierstaffel und einem Treffen mit den Bewohnern 2 anderer Gänge, die gerade am gleichen Wochenende TDC hatten. Viel mehr muß ich zu dem Abend eigentlich gar nicht mehr erzählen. Es war großartig, wir hatten alle sehr viel Spaß und am nächsten Tag einen kollektiven Hangover.
Achso ja, das ganze fand unter einem Thema statt (über das wochenlang abgestimmt und neuabgestimmt wurde), zu dem sich alle entsprechend kleiden und ihre Zimmer dekorieren. Das Thema kann ich aber noch nicht verraten, denn - wie üblich - verspreche ich mal wieder irgendwann Fotos von der Feier nach zu liefern und dann dürft ihr anhand dieser raten, was das Thema war.

Am Sonntag eine Woche später, also letzten Sonntag, fand dann die große Küchenreinigung statt mit Fensterputzen, Kühlschränke abtauen und reinigen, Öfen reinigen, Schränke auswischen,...). Das ist wohl der geheime eigentliche Grund für die TDC. 1-2 mal im Jahr entscheiden dänische Studenten, dass die Gemeinschaftsküche selbst für studentische Verhältnisse zu - äähh - unappetitlich geworden ist und eine Grundreinigung vertragen könnte. Damit sich diese aber auch wirklich lohnt und man ganz ganz sicher ist, dass es Zeit zum Putzen ist, gibt es vorher noch die große Party. Und nach einer Woche ausnüchtern wird dann geschrubt, bis die Hände blutig sind oder sich deren Hautoberfläche auf Grund des Wassereinflusses doppelt so groß geschrumpelt hat.
Übrigens fand die erste Grobreinigung (Geschirrwaschen, Essenreste beseitigen usw.) bereits den Sonntag vorher statt. Nicht dass jetzt jemand Eckelattacken kriegt.
Vom Putzen gibt es übrigens keine Bilder. Ich werde also auch keine nachliefern.

Ansonsten wird es hier immer kälter, dunkler, naßer und windiger. Der gestrige Weg zur Arbeit mit heftigem Gegenwind hat ca. 1 1/2 so lange gedauert, wie üblich und als ich am Charlottenlunder Schloßpark vorbei gefahren bin, hat es rechts von mir plötzlich heftig gekracht und gerumpelt und - wie ich etwas später festgestellt habe - einen recht stattlichen Baum auf die Seite gelegt.
Die von mir am meisten bewunderten Arbeiter des gestrigen Tages waren die Fahrradbriefträger und die Parkarbeiter, die versucht haben Berge von Laub von den Wegen zu fegen. Ich zweifle allerdings daran, dass das einer der effektivsten Jobs war.
Auf dem heutigen Weg zur Arbeit boten sich plötzlich ganz neue Bilder und die entlaubten Bäume gaben Blicke frei, die sie bisher verborgen hatten.

Mit dem schlechter werdendem Wetter wird es drinnen nun um so "hyggeliger", um eins der dänischen Lieblingswörter zu benutzen, welches sich wohl am ehesten mit gemütlich übersetzen läßt.


Mittwoch, 4. November 2009

Es schneit ...

... wässrigen Matschschnee und stürmt, dass es die Bäume im Park entwurzelt. Ich freu mich schon auf den nach hause Weg.

Samstag, 24. Oktober 2009

Besuch

Ich denke, jetzt die Zeit gekommen, da Schreibfaulheit Besitz von mir ergreift und meine Einträge immer seltener werden. Aber es gibt wichtige Neuigkeiten, die ich euch nicht länger vorenthalten kann und da mich am Wochenende wahrscheinlich die Wohnheimparty beschäftigt halten wird, sollte ich den Eintrag wohl besser heute schreiben.

Es ist jetzt endlich doch noch passiert. Mein Betreuer hat grünes Licht gekriegt mein Praktikum zu verlängern. In den Tiefen der unüberschaubaren Administrationsabteilung ist jetzt also mein neuer Vertrag unterwegs auf dem als neues Enddatum der 15.12. stehen wird.

Die zweite tolle Sache der letzten Tage (oder chronologisch geordnet eher die erste) war der Besuch von Heide und Matthias. Leider mussten die beiden ohne Tinka anreisen, da die Dänen komische Einreisebestimmungen zu ihrem Impfausweis haben. Dabei hatte ich mir schon über ein hundefreundliches Touristenprogramm Gedanken gemacht. Wir haben aber trotzdem den Wildpark besucht und nach einigem Suchen auch eine tolle Stelle zum Reh-Fotoshooting gefunden.

Natürlich haben wir auch das typische Kopenhagen-Touristenprogramm mit Bootsrundfahrt und Aufstieg auf den runden Turm gemacht und ich habe die Gelegenheit des anwesenden Autos ausgenutzt, um mich von den beiden nach Roskilde fahren zu lassen, wo das bereits geschlossene Wikingerschiffsmuseum und die wirklich beeindruckende Kirche auf unserem Touristenprogramm standen.

Ein fast genauso wichtiger Punkt des Touristenprogramms war der Besuch beim Bäcker, bei dem wir uns mit prima dänischem Gebäck und Kuchen eingedeckt haben.


Es waren wirklich ein paar tolle und sehr sehr lustige Tage mit den beiden. Es gibt wohl kaum eine Person mit der Kickern so lustig ist, wie mit Heide. Deswegen haben wir den Kicker in unserer Küche auch ausgiebig genutzt. Ich kann allerdings nicht behaupten, dass ich sich meine Kickerfähigkeiten verbessert haben.

Zum Ende gab es noch etwas deutsche Kultur. In der Kellerbar des Wohnheimes war mal wieder Oktoberfest angesagt. Was sich von den normalen Abenden im wesentlichen nur dadurch unterschieden hat, dass Paulaner ausgeschenkt wurde, welches man in richtigen Gläsern erstehen konnten. Der Oktober wurde von den Dänen fleißig dazu genutzt eine Menge Oktoberfeste zu feiern, um ausreichend Entschuldigungen zum Biertrinken zu haben.


Samstag, 3. Oktober 2009

Süßes Nichtstun


So, da ich den verregneten Samstag als Entschuldigung zum einfach mal Nichtstun genutzt habe, fühl ich mich jetzt doch genötigt, wenigstens meiner selbstauferlegten Schreibverpflichtung nach zu kommen. Aus meiner selbstauferlegten Dänisch-Lern-Verpflichtung ist heute nichts geworden. Ich bin am Ende meines Lehrbuches angekommen und da Björn heute bis 3 Uhr geschlafen hat, konnte ich nicht seine Bibliothekskarte ausleihen, um mir das nächste zu holen.

Stattdessen habe ich Kekse gebacken, die wir (alle, die gerade in der Küche abgehangen haben) gemeinsam bei einem Nachmittagsfilm verspeist haben.


Für morgen war eigentlich ein kleiner Kanutrip mit ein paar anderen Praktikanten geplant, aber in Anbetracht der Wettervorhersage werden wir den wohl verschieben müssen. Vielleicht bekommen wir ja genügend regenfrei, dass ich wenigstens noch eine Runde um den See laufen kann. Nachdem ich letzte Woche eine Pause bei der Wohnheim-Laufkonkurrenz einlegen musste und die Jungs ihren Vorsprung deutlich ausgebaut haben, hat mich jetzt der Ergeiz gepackt. Besonders da wir jetzt auch wunderschöne Laufshirts bekommen haben.


Aber die Laufpause hat sich gelohnt. Ich habe die Tage in der Heimat genossen und mich sehr gefreut, viele von euch (und einige trotzt Zeitmangel gleich mehrmals) wieder sehen zu können. Und vielen Dank auch für das Feuerwerk und die LaGa-Lichternacht, die ihr zu meinem Abschied organisiert habt ;-). War top.

Aber ich war ja nicht nur zum Vergnügen in Deutschland und habe zwischendurch sehr ernsthaft „gearbeitet“ und war auf der Konferenz unterwegs. Es war schon interessant zu sehen wie es da so abläuft, aber auch zu hören, mit welche Themen sich meine momentanen Kollegen alle so beschäftigen. Von DTU Aqua waren 15-20 Leute da und die meisten von denen hatten einen Vortrag oder ein Poster zu präsentieren. Ich glaube, wir waren nur 2 Leute ohne solche Verpflichtungen.


Mindestens genauso interessant wie die Vorträge war die Montag Abend Begrüßungsveranstaltung. Die fand im roten Radhaus in Berlin statt und ich bin mir selten so wichtig vorgekommen, wie in dem Moment, als ich auf dem roten Teppich die Treppe hochgegangen bin und oben die Kellner mit den Sektgläsern und Häppchen gewartet haben, die uns den ganzen Abend mit Sekt, Wein, Bier, .... und leckeren Leckereien bei Laune gehalten haben. Aber auch das war keine reine Vergnügungsveranstaltung, sondern wurde von den fleißigen Wissenschaftlern benutzt, um sich gegenseitig von ihren Projekten zu erzählen und Beziehungen zu knüpfen und aufzufrischen. Das hat mich ja schon ein bisschen beeindruckt.



In Sachen Praktikumsverlängerung hat sich noch nichts Neues ergeben. Im Moment werden hier drastische Sparmaßnahmen umgesetzt und einige Leute werden wohl nächste Woche gekündigt. Daher kommt es gerade nicht so gut an, wenn mein Betreuer nach einer Verlängerung für mich fragt. Aber da es sich bei meinem Gehalt ja eher um Peanuts handelt *husthust*, findet sich vielleicht trotzdem noch ein Projekt. Es bleibt also noch spannend.

Aber ich fände es gut, wenn sich bald was entscheidet.



Oh, prima. Arvids Kuchen ist fertig. Das Schlemmen und Filmgucken geht weiter.

Mittwoch, 16. September 2009

Wohnheim in allen Facetten

Bevor ich auf Dienstreise oder Heimaturlaub (Ansichtssache) fahre, gibt es noch mal einen Blogeintrag. Ich muss nämlich noch stolz von meinen sportlichen Leistungen berichten. Ich war jetzt schon 2 mal beim Orientierungslauf und es hat Spaß gemacht, mal wieder mit Karte und Kompass durch den Wald zu rennen, obwohl die Strecken bisher recht kurz und auf Anfängerniveau gehalten waren. Da ist dann eben die Erfolgsquote höher ;-)

Abgesehen davon hat vor 1 1/2 Wochen die Wohnheim interne Løbekonkurrence begonnen. Das ganze läuft so ab, dass 3 Strecken (2.6 km, 4.4 km und 7 km) zur Verfügung stehen, die die Teilnehmer in beliebiger Kombination laufen können. Wenn man eine oder mehr Strecken gerannt ist, vermerkt man das auf der im Flur aushängenden Liste (Betrug ist natürlich ausgeschlossen) und dann wird wöchentlich zusammengerechnet, welches Geschlecht mehr gerannt ist. Weiß auch nicht, wer auf die Idee gekommen ist, Männer und Frauen miteinander konkurrieren zu lassen.

Auf der Ganginternen Wertung sieht es ganz gut aus. Wir sind je 2 Läufer pro Geschlecht und im Moment steht es – ich geh mal grad gucken – 47,9 km zu 34,7 km für die Frauen. Yippie. Ungünstiger Weise werde ich ja nun aber nächste Woche aussetzen und die Kerle haben die Chance auszugleichen.

In der Wohnheimweitenwertung haben sie nach der ersten Woche auch schon mit 421,5 km zu 340,1 km geführt (es laufen 38 Frauen gegen 36 Männer). Allerdings kämpfen die Männer mit unfairen Mitteln. Haben die sich doch glatt einen Profi eingekauft, der allein 82,5 km gerannt ist. Wenn wir es schaffen, den auszuschalten stehen unsere Chancen gar nicht so schlecht.

Ab nächste Woche soll es dann auch T-Shirts geben. Damit wir uns auf unseren Runden gegenseitig erkennen und die Guten (also die Frauen) anfeuern und die Bösen (das sind dann natürlich die Männer) in den See schubsen können.


Und was ist sonst so im Wohnheim los?

Nun, es gab mal wieder eine Episode, die mich ans T-Heim erinnert hat. Natürlich wohne ich wieder in dem Haus, mit dem Studentenclub im Keller und diesmal sogar schräg drüber, was bisher aber noch kein Problem dargestellt hat.

Freitag Abend aber scheinen ein paar Besucher der Kellerbar Bedenken bzgl. unserer Sicherheit gehabt zu haben und hielten es für eine gute Idee, doch mal die Feuermelder zu testen. Was darin resultierte, dass zwischen 12 und 1 Uhr über 50 Feuermelder in unserem Haus eine Stunde lang ein imaginäres Feuer gemeldet haben. Und das in einer Lautstärke, die es unmöglich gemacht hat, im Haus zu bleiben. So haben sich also alle anwesenden Bewohner draußen versammelt und darüber nachgedacht, wie man die Dinger auskriegt bzw. wer das Wissen könnte. Nach einer Stunde fruchtloser Bemühungen (Studenten !!!), war dann plötzlich, aus mir unbekannten Gründen (Kollektiver Batterieausfall?), wieder Ruhe.

Achja. Wohnheim ist schon was besonderes.


Die restlichen Ereignisse der letzten Woche fasse ich mal schnell zusammen.

Freitag hatten wir unser DTU-Aqua-Sommerfest mit prima Wetter, einer Kanutour vor meiner Haustür (da sieht man mal, wie günstig ich wohne) und einem lecker Picknick.

Samstag war ich in einem Wildpark oder etwas ähnlichem – jedenfalls läuft da ganz viel Wild rum – und habe ein Foto für Christian gemacht (links) und Sonntag war ich in Malmö (Schweden) und habe ein Foto für Matthias L. gemacht (rechts).

Weitere Fotos von Malmö werden nachgereicht. Allerdings habe ich nicht so viele gemacht, da uns Schweden mit Wind und Regen willkommengeheißen und verabschiedet hat. Zwischendurch kam aber genug Sonne für einen Regenbogen raus :-)



Samstag, 5. September 2009

Aufgabe 4: „Jemanden finden, der Fahrräder reparieren kann“ erledigt!

Zum Ende der Woche, ist die Wahrscheinlichkeit auf dem Weg zur Arbeit von außen nasser zu werden als von innen drastisch gestiegen. Das liegt zum einem daran, dass hier langsam der Herbst oder typisches Kopenhagener Wetter einzieht. Mein Arbeitskollege meinte am Donnerstag, er fühlt sich jetzt dank Regen und Wind nach seiner Urlaubsrückkehr endlich wieder zu hause. Und Donnerstag früh habe ich kurz darüber nachgedacht, ob ich eine Zeitumstellung verpasst habe, dann aber doch schnell beschlossen, dass es an die anhaltende Dunkelheit an den Wolken liegen muss.

Gleichzeitig werde ich jetzt aber weniger nass von innen und das liegt daran, dass ich endlich auf das große Fahrrad umgestiegen bin. Das hartnäckige Problem mit dem zu hohen Sattel hat ein Happy End gefunden, als ich rausbekommen habe, dass einer der Leute auf meinem Flur mal in einem Fahrradladen gearbeitet hat. Wohnheime sind echt praktisch!

Bei der starken Verrostung meiner Sattelstange, hätte ich im Laden wohl um die 60€ zahlen müssen, um das Problem lösen zu lassen. Allein mit Rostlöser war da nichts mehr zu machen. Aber mit dem richtigen Equipment (d.h. viel heißer Luft) hat es der Fahrradprofi von meinem Gang geschafft. Als Gegenleistung habe ich mich um den platten Reifen seines Rades gekümmert. Mit platten Reifen kenn ich mich ja langsam schon aus.

Vor lauter Freude über mein repariertes Rad bin ich dann gestern auch gleich mal 40 km damit gefahren, und habe dabei fast ein Eichhörnchen überrollt, welches mitten auf dem Fahrradweg nach Winternahrung gesucht hat und sich erst gar nicht von dem sich langsam nährendem Rad aus der Ruhe bringen lassen wollte. Im letzten Moment hat es sich dann doch entschlossen davon zu laufen, wobei es logischerweise die Richtung gewählt hat, die meinen Weg kreuzte.

Jetzt warte ich darauf, dass doch noch mal ein bisschen Sommer zurück kommt, damit ich Kopenhagen stilecht noch mit Rad erkunden kann.

Letzten Dienstag habe ich mich schon auf diese sportliche Herausforderung vorbereitet und bin in einer der 9 DTU Aqua Staffeln bei der „DHL Stafette“, meinem bisher größten Lauf (soll heißen, der Lauf mit der größten Teilnehmeranzahl), mitgelaufen. An 5 Tage liefen je 5000 Staffeln zu 5 Leuten insgesamt 625 000 km. Das heißt – und jetzt seht ihr mal wozu ich Mathe studiert habe - 125 000 Leute laufen je 5km. Das ist nicht ganz so viel, wie die Räuber beim Schillerlauf gelaufen sind (Herzlichen Glückwunsch zu eurer tollen Zeit und Platzierung, ich bin stolz auf euch!), aber dafür ist es deutlich weniger einsam auf der Strecke.

Nächsten Dienstag will ich dann auch endlich mal die Lyngby-er Orientierungsläufer treffen. Bis dahin sollte ich wohl noch raus finden, wo die sich kommende Woche treffen. Mit meinem tollen Rad komm ich ja jetzt überall hin :-)
Zu dumm, dass ich zur Konferenz in Berlin schon den Bus gebucht habe, sonst hätte ich ja glatt mal den Berlin-Kopenhagen Radweg testen können ;-).

Sonntag, 30. August 2009

Konferenz im September

Ich hab ja ganz vergessen euch zu berichten, dass ich im September zu einer Konferenz fahre. Prima, wenn man auf Kosten des Arbeitgebers ein bißchen rum kommt und sich die Welt anschauen kann. Und wo geht's hin, fragt ihr euch jetzt sicherlich. Ich geb ich euch ein paar Tipps. Es ist eine Hauptstadt in Mitteleuropa. Ich war sogar schon mal da. Früher, so bis vor ca. 20 Jahren, war die Stadt mal geteilt, aber heute kann man recht unkompliziert über die alten Grenzen fahren, zum Beispiel in eine angrenzende Stadt in der es ganz viele Schlösser gibt und in der auch einige der Hauptstadtbewohner studieren. Oder man fährt in die umgekehrte Richtung um sich am kulturellem Leben der Hauptstadt zu erfreuen. Dabei sollte man sich aber darüber im Klaren sein, dass im Schutze der Dunkelheit die alten Grenzen manchmal wieder zum Leben erwecken und Rückkehr scheinbar unmöglich oder zumindest sehr schwer machen, bis der Tag wieder anbricht. Wer sich jetzt immernoch unsicher ist, welche Stadt gemeint sein könnte, dem gebe ich noch einen Tipp: Das Wahrzeichen der Stadt ist ein Bär.
Vom 19.-27.09 werde ich mich also in dieser Stadt und Umgebung umher treiben und vielleicht treffe ich ja den einen oder anderen von euch Weltenbummlern auch dort. Ich hab mir schon ein paar Übernachtungen in einem Luxus-Hotel in der Nähe reserviert. Das ist schön im Grünen gelegen. Die Gegend heißt "Eden" oder so. Wenn das nicht vielversprechend ist. Der Service soll da jedenfalls super sein.

Samstag, 29. August 2009

Pölse mit Bröd und Sauerkraut



Schon wieder eine Woche vergangen und ich hab noch gar nicht vom letzten Wochenende berichtet. Dabei hatten wir doch anlässlich des Wohnheimfestes am letzten Samstag unseren „deutschen“ Biergarten, welcher traditionell von unserem Flur organisiert wird. Dieses Jahr war das auch recht passend, da wir momentan ( bis morgen ) noch 3 deutsche auf unserem Flur sind. Juliane und ich haben die sehr wichtige Aufgabe übernommen, das „Sauerkraut“ zuzubereiten. In den letzten Jahren haben die Dänen wohl versucht, Sauerkraut (das es hier einfach nicht zu kaufen gibt) an einem Tag zuzubereiten, sprich Kohl kochen und ordentlich Essig, Salz und Pfeffer ran – oder so ähnlich. Hat angeblich genauso hervorragend geschmeckt, wie es sich anhört.



Damit das Bild der deutschen Küche nicht völlig zerstört wird, haben wir uns daher, auf den Ratschlag meiner Eltern hin, entschlossen Bayrisch Kraut statt Sauerkraut zu machen. Dass das eigentlich gar kein Sauerkraut ist, merken die Dänen eh nicht und eigentlich ging es ja bei der ganzen Biergartengeschichte eh nur darum, einen Grund zu haben, schon zum Mittag mit dem Biertrinken anfangen zu können. Schließlich machen die Deutschen das alle so. Und natürlich laufen wir auch täglich in Lederhosen bzw. Dirndel umher. Umso erstaunlicher, dass die deutsche Bewohnerschaft des Flurs nicht mit diesen Kleidungsstücken aufwarten konnte und auf Leihgarben der Dänen zurück greifen musste. Da kann man mal sehen, wie gut wir uns auf unseren Auslandsaufenthalt vorbereitet haben :-) Egal. Wie die Beweisfotos zeigen, waren wir letztendlich alle hervorragend und echt deutsch gekleidet.



Sonntag hab ich dann endlich mit ein paar IAESTE-Leuten die Kanus von unserem Wohnheim ausprobiert und nach ein paar anfänglichen Steuerschwierigkeiten haben wir es, im Slalom um die ganzen anderen Kanus und Ruderboote der Sonntagfamilienausflügemacher, zum Foresø geschafft. Vielleicht sind auch eher die anderen Boote im Slalom um uns herum und wir waren ziemlich gut darin, ihnen das so schwer wie möglich zu machen. Angekommen sind wir trotzdem und haben sogar noch einen Strand zum Picknicken und Baden gehen gefunden.



Dieses Wochenende helfe ich Juliane noch ein bisschen beim Ausziehen und nachher beim Kochen für ihr Abschiedsessen. Ansonsten nutze ich es mal wieder, um mich von meinem anstrengendem Arbeitsleben hier zu erholen. Ständig Ärger mit dem abstürzendem Server. Aber so komme ich wenigstens zu kleinen Spaziergängen durch den Park hoch zum Schloß, wo die Computerfreaks des Institutes sitzen und kann denen auf die Nerven gehen, dass die das wieder reparieren sollen. Letztens habe ich auch mal ein Bild vom Schloß gemacht, damit ihr mal seht, wie schick ich es auf Arbeit habe und warum ich so gerne zwischen den Häusern umher spaziere. In dem etwas kleinerem, aber viel gemütlicherem Haus, sitze ich normalerweise, wenn ich grad nicht die Computerspeziallisten besuche.



Falls morgen schönes Wetter ist und ich motiviert bin gehe ich vielleicht noch auf Fototour und fahre noch mal nach Hellerup zu dem schönem Schloß, bei dem ich schon mit meinen Eltern war und höre mir eins der Sonntagskonzerte an. Oder ich fahre zu einem schönen Park, der mir empfohlen wurde.

Samstag, 22. August 2009

Heute probiere ich mal ganz was Neues. Ein Eintrag mit wenig Text und viel Bildern. Wie versprochen, habe ich schon im letzten Eintrag ein paar Bilder (vom Freiluftmuseeum) eingefügt. Und hier kommen noch ein paar Bilder von dem Wochenende an dem ich Elternbesuch hatte.
Am Samstag haben wir uns in die Kopenhagener Innenstadt begeben. Und nachdem ich bei meiner Anreise am 01.08. schon dachte, ich erkenne gar nichts mehr wieder, obwohl ich doch mal mit Marie ein (mehr oder weniger unfreiwilliges) 24h-Kopenhagen-intensiv-Programm hatte, gab es nun doch einige Wiedererkennungseffekte. Marie, der McDonalds und der benachbarte BurgerKing, in denen wir darauf gewartet haben, dass der Bahnhof wieder aufmacht, stehen noch. Der H&M, in dem ich meine 8-Socken-Paare-Packung gekauft habe, ist aber nicht mehr da. Sonstige Sehenswürdigkeiten sind im großen und ganzen gleich geblieben. Wir haben uns mal den Luxus einer Bootstour gegönnt, die zum einen gut dazu beigetragen hat, dass Mama und ich uns wieder mal ordentlich das Fell verbrannt haben, ansonsten aber ganz praktisch war, um schon mal eine gemütliche Stelle zum "Abends essen gehen" ausfindig zu machen. Im großen und ganzen bestand unser Kopenhagenerrundgang ja aus der Suche nach Plätzen zum Bier/Cider- und Kaffeetrinken. Nebenbei sind wir noch am Schloß Rosenborg, am Kastellette, am Amalienborg Palace, natürlich am Neuen Hafen und und und ... vorbei.
Die kleine Meerjungfrau (auf dem Bild neben meiner kleinen Mama) haben wir vor ihrer Reise zur Expo2010 nach China auch noch erwischt. Übrigens hat die morgen Geburtstag.
Und dann haben wir uns dass ganze nochmal von oben vom Runden Turm aus und von dem anderen Turm, mit der Wendeltreppe außen (auf den Mama verzichtet hat) angesehen.

Sonntag war dann Schlössertour angesagt. Wir sind nach Hillerød, Fredensborg und Helsingør. Dass wir uns da eine gute Route ausgeguckt haben, haben wir schon daran gemerkt, dass wir von einem Touristenbus verfolgt wurden. Besonders Frederiksborg in Hillerød (das rote mit dem grünen Dach auf den vorletzten 3 Bildern) ist echt ein schönes Schloß mit schickem Park. Als Potsdamer bin ich ja durch Schlösser und Parks nicht mehr so leicht zu beeindrucken, aber da würde ich glatt nochmal hinfahren. Und nach dem ganzen Kopenhagentrubel konnten wir die idylischen kleinen Orte auch ganz gut genießen. Auf dem Rückweg haben wir dann die Straße entlang der Küste genommen und im Gamle Humlebæk Kro lecker Smørebrød gegessen. Schließlich machen die die schon seit 1740. Nach einer kleinen "Strand"ausflug ging es dann zurück nach Lyngby. Wir mußten ja noch mein Rad abholen, welches inzwischen auch schon fahrbar ist. Leider aber noch nicht für so kleine Menschen wie mich, da der Sattel in einer höheren Einstellung festgerostet ist. Aber ich bin optimistisch, dass das das letzte Probem ist, das ich lösen muß, bevor ich damit endlich zur Arbeit radeln kann.

Sonntag, 16. August 2009

Wie man Probleme löst, die man vorher nicht hatte

Schon 2 Wochen her, dass ich hier das letzte mal auf der Bank zwischen den Wohnheimhäusern gesessen habe, um euch von meinen Dänemarkerfahrungen zu berichten. Allzu langweilig ist mir bisher also nicht geworden. Und eigentlich wollte ich mir jetzt mit dem anderem deutschen Mädel, welches noch die nächsten 2 Wochen auf meinem Flur wohnt, ein Wohnheimkanu ausleihen und über den See schippern, der gleich vor unserer Haustür liegt. Leider ist das daran gescheitert, dass die Boote, zu denen wir die Nummer der Zahlenschlösser raus gefunden haben, schon reserviert waren und von den Leuten, die schon Erfahrungen mit den Bootausleihen haben oder die die dänischen Zettel im Kanukeller verstehen würden, keiner mitkommen wollte. Also haben beschlossen die Aktion zu verschieben auf einen Tag, an dem noch ein erfahrener Bootausleiher mitkommen möchte.

Inzwischen sitze ich auch nicht mehr auf der besagten Bank, sondern schon in meinem Zimmer. Ich musste meinen Bericht unterbrechen, da uns ist eingefallen, dass wir ja noch ein Alternativplan für den Sonntag Nachmittag hatten, den wir spontan noch schnell umgesetzt haben. Nicht weit von meinem Wohnheim gibt es ein Freiluftmuseeum mit ca. 100 Wohn- und Farmhäusern, Windmühlen, … aus dem Zeitraum von 1650 bis 1940. Angeblich sollen an Wochenende da auch Leute in entsprechenden Klamotten herum laufen, aber von denen haben wir keine gesehen. Vielleicht weil das Gelände so groß ist oder wir recht spät dran waren oder die gerade Ferien machen.

Und was hab ich sonst so in den letzten 14 Tagen gemacht? Nun, neben Zeugs auspacken, den Staub der letzten 3 Monate aus meinem neuen Zimmer wischen, verschiedene Wege zur Arbeit finden, einigen Nettobesuchen, Pläne für die nächsten Tage schmieden und jede Menge neue Leute kennen lernen (wie soll ich mir nur die ganzen Namen merken?), habe ich mal wieder festgestellt, wie prima ich mich beschäftigen kann, wenn eigentlich gar keine Beschäftigung da ist. Arbeitstechnisch hatte ich Freitag eigentlich gar nichts mehr zu tun. Da irgendwelche Leute Mittwoch angefangen haben, was am Server herum zu fummeln, was ungefähr eine Stunde dauern sollte. Aus meiner unwissenden Perspektive sieht es so aus, als hätten sie dabei mehr Probleme geschaffen, als sie gelöst haben. Jedenfalls war das Resultat des Ganzen, dass der Server am Freitag immer noch nicht lief und ich nicht an meine Dateien ran kam. Und mit allen mehr oder weniger sinnvollen Alternativaufgaben, die mir eingefallen sind, hatte ich mich schon Mittwoch und Donnerstag beschäftigt. Also habe ich Freitag beschlossen, mir ein neues Ubuntu auf den Rechner zu packen, weil mein bisheriges eine ziemlich alte Version ist und das neue natürlich viel besser und schöner und bunter ist :-). Bisher war das zwar egal, da ich eh immer Windows benutzt habe, aber jetzt habe ich doch hin und wieder Gründe, mit Linux auf zu arbeiten und kann die Chance vielleicht dazu nutzen, mich mal ein wenig daran zu gewöhnen.

Nach vielem mich schlau lesen und einem fehlgeschlagenen Versuch hab ich es dann auch tatsächlich geschafft, das schicke neue Ubuntu zu installieren. Auch mir ist es dabei gelungen mehr Probleme zu schaffen, als zu lösen. Ist das immer so, wenn man einen Computer bedient? Mein großer Erfolge besteht darin, dass mein Windows nun nicht mehr erkennt, ob das LAN-Kabel angeschlossen ist. Der Zusammenhang ist mir völlig schleierhaft. Da ich den Rest des Freitages aber mit dem Versuch verbracht habe, das Problem zu lösen, damit ich auch wieder unter Windows ins Internet komme, weiß ich inzwischen, dass auch andere Windows-Linux-Nutzer schon über dieses Problem gestolpert sind. Nur die Lösung dazu habe ich noch nirgends gefunden. Nach der werde ich mal wieder suchen, wenn ich keine Lust habe euch mit meinen Computerproblemen zu nerven.


Das zweite größere Projekt, dem ich mich gerade widme, ist die in Gang Setzung eines Fahrrads. Einer der Kopenhagener IAESTE-ler hat letztes Wochenende seinen Fahrradschuppen aufgeräumt und rumstehende Fahrradleichen - vermutlich Überbleibsel ehemaliger Praktikanten - an bedürftige neue Praktikanten verschenkt. Da ich praktischer Weise gerade Eltern mit Auto zu Besuch hatte, haben wir auch eins abgeholt. Problem: „Ich will ein Fahrrad“ gelöst; Problem: „Wie kriege ich das Rad in einen fahrfähigen Zustand“ geschaffen.

Dieses neue Problem unterteilt sich nun wiederum in mehrere Teilprobleme.

Aufgabe 1: Schloss knacken

a) Werkzeug besorgen: Erledigt. Habe von meinem Betreuer Bolzenschneider und Eisensäge geliehen bekommen.

b) Schloss knacken als Vorgang an sich: Erledigt. Hat mich allerdings 3 Abende gekostet. Dienstag habe ich noch mit dem Bolzenschneider direkt neben dem Fahrradschuppen rumhandtiert und mit einem etwas unguten Gefühl darauf gewartet, dass einer der Fahrradabholer/-absteller oder ein Ausdemfenstergucker mich fragt, was ich da eigentlich mache. Aber wahrscheinlich haben die mir sofort alle meine Unfähigkeit angesehen und sich daher keine Sorgen um ihre oder andere Räder gemacht. Nach mehreren Stunden verzweifelten Bemühens, dachte ich mir, es wird zu peinlich, wenn die nächsten Tage da immer noch an dem gleichen Schloss rumknacke und habe meine kriminelle Tätigkeit in mein kleines Zimmer verlegt. Gestern Vormittag ist es mir dann endlich gelungen, nachdem ich schon 3mal aufgegeben und dann doch wieder angefangen hatte.


Aufgabe 2: Schlauch und eventl. Mantel vom Hinterrad wechseln

a) Schlauch kaufen: Erledigt und dabei gelernt, dass man hier sogar in Fahrradläden eine Nummer ziehen muss, um ran zukommen.

b) Hinterrad abbauen: Scheitert momentan daran, dass ich die verrostete Schraube nicht locker kriege.

c) Schlauch wechseln: Scheitert an 2.b)

d) Hinterrad wieder einbauen: Bin ich noch sehr weit von entfernt


Aufgabe 3: Kette und Zahnräder von Dreckverkrustungen befreien, so dass sich das Ganze bewegen lässt: teilweise erledigt.


Zusatzaufgabe: Licht anbringen


Alternativaufgabe zu 2, 3 und Zusatzaufgabe: Rad zum Fahrradladen bringen.


Solange ich diese Aufgaben noch nicht erfüllt habe, strampel ich noch mit meinem kleinen Klappfahrrad in 45min zur Arbeit (was mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auch nicht schneller gehen würde). Immerhin habe ich da nach 2 Tagen schon raus gefunden, wie ich die Gangeinstellung ändere, so dass ich nicht nur Gänge zur Verfügung habe, die ich normalerweise höchstens zum bergauf fahren einstellen würde. Mensch, ich bin schon ein ziemlicher Fahrradprofi :-D.

So jetzt wisst ihr schon ziemlich gut, womit ich meine Zeit hier verbringe. Zwischendurch war auch noch 2mal Grillen angesagt (mit IAESTE und Kollegen). Nächsten Dienstag ist auch wieder IAESTE-Grillen und danach geht es, wie jeden Dienstag, in den Studentenkeller in dem man Bier und den leckeren Cider, den ich total gerne mag, für vergleichbare günstige 3€ bekommt.

Außerdem läuft momentan noch eine Freiluftkinoreihe. Jede Woche an einem anderen Ort und letzte Woche waren die in Charlottenlund, also da, wo ich arbeite und ich habe mir zusammen mit ein paar anderen Praktikanten „Revolutionary Road“ angesehen. Muss man nicht unbedingt gesehen haben (hat ziemlich wenig Handlung, dafür wird aber viel geredet), viel spannender war das ganze Ambiente -direkt am Wasser – und die Dänen zu beobachten, die es sich dort teilweise schon einige Stunden mit Decken, Picknickkorb und Einmalgrill gemütlich. Unsere Gruppe, war daran zu erkennen, dass wir weder Schlafsäcke noch Kissen, noch Klappstühle, noch Grill dabei hatten. Aber Glückskeks Kristin hat bei den Werbeleute von Tuc die Glückskekspackung gezogen, mit der ich die Entleihung eines riesigen gelben Kissens gewonnen habe, auf dem es sich 3 Leute gemütlich machen konnten ohne einen kalten Arsch zu kriegen. War prima. Und die Massen der Radfahrer Fahrradsuchen und heimradeln zu beobachten, war auch sehr interessant.

Ohje, jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben und habt bestimmt schon 3mal runter gescrollt um zu gucken, wo den endlich Schluss ist. Langsam sollte ich auch mal ins Bett. Da werde ich zum Besuch meiner Eltern, die letztes Wochenende mit einem Auto voller Süßigkeiten, Alkohol und guten edener Erzeugnissen angereist sind, mal nichts mehr schreiben und statt dessen in den nächsten Tagen ein paar Bilder davon in den Blog stellen.


Ich wünsche euch eine gute Nacht und gebe mir Mühe, das mit den Bildern bald zu machen.

Ach und danke noch, für die vielen Mails und nicht böse sein, dass ich manche noch nicht beantwortet habe.


Kristin

Mail vom 02.08.

Hallo ihr Lieben,

ich hab es geschafft, ich bin in Kopenhagen angekommen und habe gestern Abend mein Wohnheimzimmer in Lyngby bezogen. Um Internetzugang muss ich mich zwar noch kümmern, aber vielleicht kann ich heute schon mal Internet von einem Nachbarn benutzen um euch die „Alles ist gut“ E-Mail zu schicken und zu gucken ob mir die vor-Ort-IAESTEler noch Infos zu meinen ersten Arbeitstag morgen geschickt haben.

Ach ja, falls es bei irgendjemanden noch nicht angekommen sein sollte: Ich bin jetzt für 3-5 Monate in Kopenhagen und mache hier ein Praktikum an der Technischen Uni - Aqua. Was ich da genau machen werde, erfahre ich vermutlich innerhalb der nächsten Woche, bisher weiß ich, dass es um Strömungsmodelle von Plankton geht.

Die zweite wichtige Info ist, dass ich am 21.07. meine letzte Diplomprüfung bestanden und letzten Dienstag meine Diplomarbeit abgegeben habe. Die Verwandtschaft darf jetzt also aufhören sich Sorgen zu machen. :-)

Nach einer tollen Party am Freitag Abend/ Samstag Morgen (Danke an Max und die anderen Veranstalter, deren E-Mail-Adressen ich nicht habe), bei der ich noch ein paar Leute abschiedsdrücken konnte, habe ich mich dann gestern früh von meinem Privattaxi nach Berlin fahren lassen (Danke Toni fürs Fahren und Winken und Danke Manu fürs Toni-zum-Fahren-überreden und auch fürs Winken ;-)) und den Bus nach Kopenhagen bestiegen. (Schöner Klammer-Schachtelsatz :-) )

Zum aufgeregt sein war ich dann doch zu müde und so habe ich den größten Teil der Fahrt mit Schlafen verbracht. Dass wir irgendwann an der Ostsee angekommen sind, habe ich an der gestiegenen Marienkäferdichte gemerkt. Von denen haben es sich auf der Fähre auch gleich 2 je auf einer meiner Schuhspitzen gemütlich gemacht und gemeinsam habe wir die Käfereskorte auf der anderen Seite des Fensters beobachtet. Von den in der Zeitung beschriebenen fiesen Charakterzügen der kleinen Tierchen konnte ich dabei nichts entdecken, aber vielleicht haben die beiden auf meinen Schuhen sitzenden, heimlich ihre nicht an Bord gekommenen Artgenossen hämisch angegrinst. Als die dann außer Sicht waren und es sonst nichts mehr spannendes zu beobachten gab, haben wir 3 uns zu einem Mittagsschläfchen zusammen gerollt und haben uns nicht mehr groß gerührt, bis dänisches Land in Sicht kam. Dann haben wir uns verabschiedet und ich bin wieder zu meinem Bus gegangen.

Im Bus habe ich dann die magischen Eigenschaften meiner Tasche entdeckt. Vielleicht hat der eine oder andere schon den aktuellen Harry Potter Film gesehen. Ich wurde Donnerstag noch von meinen Eltern ins Kino eingeladen. Da gibt es jedenfalls einen Schrank, in den man Dinge legen kann und die verschwinden dann. Das gleiche hat meine Tasche mit meinem Portemonnaie (incl. Ausweis und Visa/EC-Karten) gemacht. Ich habe versucht nicht allzu nervös zu werden, noch mal in der ganzen Tasche nachgeguckt und dann beschlossen, zu meinem Fährplatz zurück zu gehen und zu schauen, ob es irgendwo raus gefallen ist. Schnell noch den Busfahrern bescheid gegeben, die uns vor dem Erreichen der Fähre noch ermahnt hatten, dass wir nicht zu spät wieder zum Bus kommen sollen, weil der nirgends warten kann, wenn wir das andere Ufer erreicht haben.

Auf der Fähre habe ich leider kein Portemonnaie gefunden und von dem aufräumenden Personal hatte es auch keiner gesehen. Hmm, schön blöd. Viel Zeit für weitere Recherchen blieb aber nicht. Mein Bus hatte inzwischen schon die Fähre verlassen und ich bin ihm an der Schlange der ausfahrenden Autos mit jeder Menge Adrenalin im Blut hinterher gerannt. Nach einem 200m Sprint in persönlicher Bestzeit habe ich den Bus auf einem Seitenstreifen parken sehen und einer der netten Busfahrer war mir auch schon ein Stück entgegen gekommen.

Zurück im Bus, habe ich ein paar Minuten später dann noch mal in meine Tasche geschaut (keine Ahnung warum) und da lag oben auf mein Portemonnaie. Hmm? Der Harry-Potter-Schrank konnte verschwundene Dinge auch wieder zurück schicken. Ich glaube, meine Tasche arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip. Hoffentlich hat sich der Busfahrer nicht all zu viele Sorgen um mich gemacht. Mir war es dann doch zu peinlich, ihm zu berichten, dass das Portemonnaie wieder aufgetaucht ist und ich hielt es für unwahrscheinlich, dass ich ihn von den Zaubereigenschaften meiner Tasche überzeugen kann.

Der Rest der Fahrt verlief dann recht ereignislos. Beim Aussteigen habe ich tatsächlich noch den anderen Potsdamer im Bus identifiziert, von dessen Fahrt nach Kopenhagen ich Freitag Abend zufällig noch gehört hatte. Der wurde aber gleich von seiner Tandempartnerin entdeckt, so dass wir nicht viel Zeit zum Informationenaustausch hatten. Mein Abholer war nicht ganz so gut informiert, aber nach ein paar mal hin und her telefonieren, habe ich ihn schließlich gefunden und er hat mich in mein neues Zuhause (Wohnheimzimmer) gebracht.

Im ersten Moment waren wir beide etwas verwirrt, von dem ganzen Zeugs, dass da noch im Zimmer lag, aber dann haben wir einen Zettel gefunden aus dem hervor ging, dass ich das Zimmer zur Zwischenmiete habe und der Bewohner noch etwas Kram da gelassen hat.

Das Wohnheim hat T-Heim-Charakter. Es ist ein etwas älterer Jahrgang und es gibt eine Gemeinschaftsküche, die man sich mit ca. 20? (wie viel genau, habe ich noch nicht rausgefunden) Leuten teilt. Dadurch scheint es auch recht gesellig zu sein. Der erste Däne, den ich in der Küche getroffen habe, hat mir erst mal grob das Küchensystem erklärt und mir geholfen, einen freien Kühlschrankplatz zu finden. Der wusste auch gleich bescheid, dass ich deutsche bin, denn mittlerweile gibt es davon 3 auf dem Flur und da versuchen die Dänen über unsere Invasionspläne auf dem Laufenden zu bleiben.

Den Kühlschrank mit den geheimen Biervorräten habe ich auch schon entdeckt. Jetzt muss ich mir noch einen Schlüssel dazu besorgen :-)

Auf meiner kleinen Spazierrunde heute, habe ich noch den nächstgelegenen Netto ausgekundschaftet und auf dem Weg zurück einen kleinen Uferweg entdeckt, der mir sofort für gute Joggingvorsätze geeignet schien. Allerdings scheinen das alle laufaktiven, in der Nähe wohnenden Kopenhagener auch so zu sehen und als einfacher Spaziergänger habe ich mich von den vielen Joggern etwas gehetzt gefühlt und fast ein schlechtes Gewissen gekriegt, einfach nur so umher zu spazieren. Ins Schwitzen gekommen, bin ich bei dem warmen Wetter aber auch so.

So, ich mach jetzt erst mal Schluss, sonst hat keiner mehr Lust die Mail zu lesen. Ich weiß ja, wie abschreckend lange Texte sind. Außerdem ist die Sonne weg und meine Zimtschnecke, in die ich heute die Hälfte von Gundis Startkapital investiert habe, alle und ich bin grad neugierig, wo die Musik herkommt, die auf den Innenhof des Wohnheims schallt.

Das nächste mal gebe ich mir Mühe den Text mit ein paar Bildern aufzulockern. Landschaftlich ist es hier aber lange nicht so ansprechend, wie in meinem kleinem norwegischem Kaff.

Bis zur nächsten Nachricht.


Liebe Grüße,

Kristin