Donnerstag, 5. November 2009

Groß Reinemachen

Unglaublich, aber wahr. Es sieht doch tatsächlich so aus, als hätte ich noch etwas Zeit zum Blogschreiben, bevor ich mich auf meine nächtliche Reise nach Norwegen mache, um meine Porsgrunner zu besuchen.
Vor lauter Schreck weiß ich gar nicht mehr, was die letzten Wochen so los war.

Also da war natürlich unsere TDC-Party (Tour de chambre - für die Französich verstehenden unter euch) auf unserem Gang. Ein super Abend. Wir haben mit einem gemeinsamen Abendessen angefangen (Grundlage schaffen, nennt man das wohl) und dann haben wir nacheinander die Zimmer der teilnehmenden Leute besucht. In jedem Zimmer gab es einen Cocktail (oder ähnliches), der vom Gastgeber gereicht wurde und wenn alle Gläser gelehrt waren, sind wir weiter gezogen. Unterbrochen wurde das ganze vom Verzehr des Desserts und des Abendmahls, von einer Bierstaffel und einem Treffen mit den Bewohnern 2 anderer Gänge, die gerade am gleichen Wochenende TDC hatten. Viel mehr muß ich zu dem Abend eigentlich gar nicht mehr erzählen. Es war großartig, wir hatten alle sehr viel Spaß und am nächsten Tag einen kollektiven Hangover.
Achso ja, das ganze fand unter einem Thema statt (über das wochenlang abgestimmt und neuabgestimmt wurde), zu dem sich alle entsprechend kleiden und ihre Zimmer dekorieren. Das Thema kann ich aber noch nicht verraten, denn - wie üblich - verspreche ich mal wieder irgendwann Fotos von der Feier nach zu liefern und dann dürft ihr anhand dieser raten, was das Thema war.

Am Sonntag eine Woche später, also letzten Sonntag, fand dann die große Küchenreinigung statt mit Fensterputzen, Kühlschränke abtauen und reinigen, Öfen reinigen, Schränke auswischen,...). Das ist wohl der geheime eigentliche Grund für die TDC. 1-2 mal im Jahr entscheiden dänische Studenten, dass die Gemeinschaftsküche selbst für studentische Verhältnisse zu - äähh - unappetitlich geworden ist und eine Grundreinigung vertragen könnte. Damit sich diese aber auch wirklich lohnt und man ganz ganz sicher ist, dass es Zeit zum Putzen ist, gibt es vorher noch die große Party. Und nach einer Woche ausnüchtern wird dann geschrubt, bis die Hände blutig sind oder sich deren Hautoberfläche auf Grund des Wassereinflusses doppelt so groß geschrumpelt hat.
Übrigens fand die erste Grobreinigung (Geschirrwaschen, Essenreste beseitigen usw.) bereits den Sonntag vorher statt. Nicht dass jetzt jemand Eckelattacken kriegt.
Vom Putzen gibt es übrigens keine Bilder. Ich werde also auch keine nachliefern.

Ansonsten wird es hier immer kälter, dunkler, naßer und windiger. Der gestrige Weg zur Arbeit mit heftigem Gegenwind hat ca. 1 1/2 so lange gedauert, wie üblich und als ich am Charlottenlunder Schloßpark vorbei gefahren bin, hat es rechts von mir plötzlich heftig gekracht und gerumpelt und - wie ich etwas später festgestellt habe - einen recht stattlichen Baum auf die Seite gelegt.
Die von mir am meisten bewunderten Arbeiter des gestrigen Tages waren die Fahrradbriefträger und die Parkarbeiter, die versucht haben Berge von Laub von den Wegen zu fegen. Ich zweifle allerdings daran, dass das einer der effektivsten Jobs war.
Auf dem heutigen Weg zur Arbeit boten sich plötzlich ganz neue Bilder und die entlaubten Bäume gaben Blicke frei, die sie bisher verborgen hatten.

Mit dem schlechter werdendem Wetter wird es drinnen nun um so "hyggeliger", um eins der dänischen Lieblingswörter zu benutzen, welches sich wohl am ehesten mit gemütlich übersetzen läßt.


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