Freitag, 19. März 2010

Goodbye Denmark :-( Welcome home :-)

Ich bin zurück. Schade und doch auch schön.
Nach 2 mal verlängern in Dänemark, haben meine Eltern beschlossen keine Risiko mehr einzugehen und mich persönlich heim geholt. Nun bin ich offiziell ab 01.04. wieder in Potsdam (ich freu mich drauf) und wer sich mal einen meinen zukünftigen Betreuer im ZDF Morgenmagazin angucken will, sollte diesem Link folgen:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/aktuellste?teaserListIndex=25#/beitrag/video/991362/Seismologe:-Nachbeben-sind-normal
Dann wißt ihr schon mal, dass ich in Zukunft mit dem top aktuellen Thema Erdbeben beschäftigt bin, genauer gesagt im PROGRESS-Verbund (einige von euch haben ja schon davon gehört). Ich werde versuchen mit meinem statistischen und informatischen Knowhow :-) die Risikoanalyse zu verbessern. Wahrscheinlich habe ich das schon mal geschrieben, aber vielleicht seid ihr genauso vergesslich wie ich.

Natürlich habe ich es in den letzten Wochen mal wieder versäumt, fleißig zu schreiben. Aber zu meiner Entschuldigung möchte ich vorbringen, dass ich in Abschiedsvorbereitungen war und beispielsweise eine Abschiedsparty im Wohnheim geben mußte und bei meinem letzten IAESTE-Dienstag das deutsche Biertrinker Image nochmal bekräftigen mußte. Es gab also viel zu tun.
Ein bißchen Tourist spielen war natürlich auch noch angesagt. Teilweise hatte ich dabei Unterstützung von Max, der meine neugierigen Nachbarn, die alle wissen wollten wer das ist, mit seinen konfusen Reiseterminen verwirrt hat. Zusammen haben wir uns den nicht-touristischen Christianiateil angeguckt und waren in einem sehr gemütlichen Christiania-Café (für mich neu, aber Max kannte sich aus) und natürlich habe ich ihn, wie fast alle meine Besucher, in den Park mit dem vielen Wild geführt und war schon ganz enttäuscht, dass sich diesmal keines Blicken lassen wollte, als wir schließlich doch noch (wahrscheinlich) die ganze versammelte Bande gefunden haben.
Dann war ich noch ein wenig auf eigener Faust unterwegs und habe Winterbilder gemacht, die ihr wahrscheinlich alle gar nicht mehr sehen wollt. Aber ich habe wieder ein kleines Rätsel dabei:
Bei welcher Szenerie musste ich spontan an Walter Moers überlebenswichtige Weisheit „Hexen stehen immer zwischen Birken“ denken?
Sollte nicht allzu schwer sein, wenn ich denn nicht vergesse, das Bild hoch zu laden.

Am letzten Wochenende hatte ich bei meinen Touristenaktivitäten dann, wie gesagt, Unterstützung von meinen Eltern und wir haben Roskilde inklusive Wikingermuseum und Dom besucht.

Außerdem stand noch die Zimmerübergabe und lustiges Möbelverschachern an. Ging eigentlich recht unkompliziert, bis auf das Couchproblem. Erst wollte IAESTE die haben, dann hat sich da ewig keiner zu einer konkreten Aussage hinreißen lassen (fast wie beim Potsdamer IAESTE ;-) ) und dann haben sie doch abgesagt, so dass sie fast auf dem Müll gelandet wäre, aber last-minute doch noch von einer Nybrogårderin aufgenommen wurde. So wurden meine Eltern Sonntag früh noch zum Couchschleppen angeheuert. Ja, man hat’s nicht leicht mit den Kindern.

So, das war dann vorläufig mein letzter online Bericht. Wer immer noch nicht genug hat, darf mich gerne zum Fotos gucken oder einer Kaffeeplauderrunde besuchen. Für die meistens, ist der Weg ja jetzt wieder deutlich kürzer.

PS: Nein, ich habe nicht vergessen, die Fotos hoch zu laden. Stelle nur gerade fest, dass es clever erscheint, damit zu warten, bis ich nen schnelleren Internetzugang als in Eden habe.

Sonntag, 14. Februar 2010

Immernoch Winter

Es ist mal wieder an der Zeit für winterliche Grüße aus dem immernoch verschneiten Dänemark. Da Straßen und Radwege momentan wieder ganz gut freigeräumt sind und ich wieder ohne größere Probleme von A nach B komme, kann ich mich immernoch am Schnee erfreuen. Besonders schön sieht der Winter aus, wenn ich an einem klaren Tag zur Arbeit radel und dann mit einer toller Morgendämmerung über Schweden belohnt werde. Leider bin ich zur fantastischen Abenddämmunrung über dem Bagesværdsø (das ist einer der beiden Seen an meinem Wohnheim) immer zu spät dran, aber die Tage werden ja wieder länger und meine Chancen somit größer.
Mit dem Schlittschuhlaufen scheint es allerdings erstmal vorbei zu sein. Nach dem letzten großen Schneefall vor 1 1/2 Wochen, wurde die tolle Fläche auf dem Lyngbysø (das ist der andere See am Wohnheim) nicht mehr geräumt und jetzt ist dort ne Buckelpiste :-(. Daher werde ich immer um so mehr neidisch, wenn sich mein Nachbar am Wochenende seine Ski unterschnallt und seine Runden um oder auf dem See oder durch den Wald dreht. Der Schwede mit dem ich ein Büro teile, kam letzte Woche auch 2mal mit Skiern zur Arbeit. Neid, Neid, Neid. Ich will auch mal im Flachland Skilaufen, wo man nicht ständig die Abfahrtspisten überqueren muß und da von 5-jährigen vorgeführt bekommt, dass die viel besser Skifahren können als ich. Na und? Dafür bin ich größer als die. Naja noch jedenfalls.
Als sportliches Alternativprogramm habe ich es vor ein paar Wochen mal wieder mit joggen versucht. Auf Arbeit hat sich eine Laufgruppe gegründet, der ich mich mal angeschlossen habe. Dabei habe ich auch recht schnell gemerkt, dass ich bis zum Sommer dringend was für meine Kondition machen muß, wenn ich da die Rennsteigstaffel laufen will. Puh, das schien mir dann gleich so anstrengend, dass ich mir lieber erstmal ne Erkältung eingefangen habe, die recht lange angehalten und mich vom Laufen entschuldigt hat. Jetzt geht sie langsam zu Ende und ich muß mir eine neue Ausrede einfallen lassen. Schnee und Kälte zählt ihr nicht. Die Dänen rennen bei jedem Wetter. Im Winter, wegen der frühen Dunkelheit oft mit diesen neongelben oder orangen Bauarbeiterwesten bekleidet und mit Blinklichtern versehen, jagen sie durch die Straßen und Parkanlagen.
Die nächsten 2 Wochen werde ich mich aber noch ans passive Sportprogramm halten und fleißig Olympia verfolgen und meine Nachbarn zu Biathlonkundige ausbilden. Die mußten im Januar schon ständig mitgucken, wenn ich den Küchenfernseher beschlagnahmt hatte. In Ermangelung eines eigenen Teams dürfen sie dann auch für die Norweger oder Schweden sein.

Neben meinem zeitraubendem Sportprogramm muß ich hin und wieder auch immer noch mal was arbeiten. Dass ich das mit deutscher Gründlichkeit tue, erkennt man vielleicht daran, dass ich immernoch mit gleichen Projekt beschäftigt bin, welches eigentlich nur bis Oktober vorgesehen war. Aber wir nähern uns jetzt langsam dem Ende. Nach 6 Monaten haben wir festgestellt, dass die Methode an der rumwerkeln nicht so wirklich praktikabel und anwendbar ist. Aber rein theoretisch funktionierts schon. Das werden verpacken wir jetzt in 2 Paper (=Artikel, nicht Geschenkpapier) in denen ich Co-Autor sein darf und dann werden die nach den optimistischen Schätzungen meines Betreuers so ungefähr um 2021 fertig sein und veröffentlicht :-).
Ach an dieser Stelle kann ich euch auch mal wieder am beruflichen E-Mail-Verkehr teilhaben lassen und euch meinen Arbeitsplan für die nächste Woche zeigen:
"If you intend to work the whole week then we can make a long worklist for you: Complete a paper or two; if any spare time, then solve the climate change problem"

Da Schulferien sind, wird es in der nächsten Woche recht leer bei uns sein und mein Betreuer plant erst in einer Woche wieder im Büro zu sein. Ich werd also meine Ruhe haben und endlich mal ordentlich arbeiten können. Vielleicht spanne ich auch noch den Max ein, der mich nächste Woche besuchen kommt.

Um mich auf diese arbeitsintensive Woche vorzubereiten, war zum Ausgleich dieses Wochenende Partywochenende angesagt. Am Freitag gab es ein großartigen Technokonzert an der DTU. Toybox, Hampenberg und Sash, wer kennt sie nicht. Die DTU-Studenten waren jedenfalls total verrückt darauf und die 1000 Karten waren im Vorverkauf nach 3 Stunden weg. Da war einer meiner Nachbarn entsprechend neidisch, als er gehört hat, dass ich da hingehe und er keine Karte mehr gekriegt hat. Und wie komm ich dazu, zu so einem Konzert zu gehen. Tja, Vitamin B mal wieder. Beim dienstaglichen IAESTE-Treffen in der Unibar (siehe Bilder) habe ich jemanden kennengelernt, der mich gefragt hat, ob ich der Security-gruppe für den Abend beitreten will. Als alter Technofan ;-) konnte ich da natürlich nicht nein sagen.
Das Konzert war ... hmm... mir fehlen die Worte. Schlechte Musik und viele viel zu betrunkene Leute, großartig im Stil der frühen 90-er gekleidet (bunt leuchtend), die alle (so denn sie nicht zu betrunken waren) jede Menge Spaß hatten. Einfach großartig. Wer sich einen Eindruck davon machen will, kann es mit folgendem Link versuchen (man kann getrost ein paar Minuten des Anfangs überspringen): http://www.youtube.com/watch?v=GVwpXr2N8SQ
Nach dem Konzert gab es dann noch die After-Show-Party, bei der die Security dann auch endlich trinken durfte und das für umsonst. Dementsprechend kurz ist mein Samstag gewesen. Im großen und ganzen habe ich gefrühstückt, mich für die Einweihungsfeier meines Vormieters fertig gemacht und bin zur selbigen gefahren.
Zum Ausklang des Wochenende gibt es heute noch etwas Glühwein und Æbleskiver (das sind die Quarkbällchen, die es hier üblicher Weise zum Glühwein gibt und die aus irgendwelchen Gründen Apfelstreifen heißen) mit den Nachbarn und ich werd mal schauen, ob ich das heutige Biathlonrennen verfolgen kann.

Samstag, 9. Januar 2010

Wintergrüße

Nach langer Zeit, werde ich diesen wunderschönen Winterabend mal nutzen, um den Blog wieder zu aktualisieren. Ich habe da auch schon mal was vorbereitet. Das ist zwar schon 3 Tage her, aber dazwischen war ich etwas überfordert mit früh aufstehen, arbeiten, Sachen auspacken, neuen Papierkram erledigen usw. Aber heute habe ich mich davon etwas ausgeruht, einen Winterspaziergang gemacht und war Schlittschuhlaufen. Ein paar Bilder vom eingeschneiten See habe ich auch gemacht.

Und für alle, die lieber Bilder angucken, als lesen, streue ich noch etwas ältere Fotos ein, von den 2x2 Besuchern im Dezember (Manu und Olli zu meinem Geburtstag da, Annette und Hannes zur Klimakonferenz) und der DTU-Aqua-Weihnachtsfeier, bei der wir lustige Cocktails gemixt haben und eine tolle Modenschau hatten.

Mit Olli und Manu und gab es, Kopenhagen typisch, eine Radtour zum Lyngbyer Weihnachtsmarkt bei dem wir Glühwein und Appleskriver (Quarkbällchen ähnliche Dinger) getankt haben, weiter durch die Lyngbyer Altstadt und den Wildpark mit dem vielen Wild zu meiner Arbeit. Ein Kopenhagen-Sightseeing-Tag stand natürlich auch auf dem Programm, mit Besuch des extrem in Lichter gehülten Tivolis, wo Olli und ich Riesenkettenkarusell gefahren sind. Dann gab es noch einen Geburtstagskuchen und das übliche, ganz schön frühe aber sehr leckere Geburtstagsfrühstück mit "Gammel Dansk" (Kräuterschnaps).

Mit Annette und Hannes gab es viele Klimakonferenzeindrücke, aber auch gemütliches Biathlon gucken mit Annette, Etwas Sightseeing mußte natürlich auch sein und ich wir haben bei einem Besuch in Christiania viel über die Freistadt erfahren.

Jetzt kommt aber endlich der versprochene schon vorbereitete Teil von vor 3 Tagen. Los geht's:


So, da sitze ich also mal wieder auf der Fähre nach Dänemark und erfreue mich an der süddeutschen Kleinreisegruppe (Frau + 3 Kinder) die am übernächsten Tisch ein sehr lustigen Dialekt spricht und bin beeindruckt, wie es die Frau geschafft hat die Kinder mit Essen einigermaßen ruhig zu stellen. Die Lautsprecheransage über meine Einkaufsmöglichkeiten an Board ist auch schon durch und nun ist es doch wieder recht entspannt. Im Bus sind nicht mal ein Viertel aller Plätze belegt und auf der Fähre muß ich mich diesmal gar nicht um die guten Plätze kloppen. Direkt langweilig. Da muß ich wohl doch den längst fälligen Blogeintrag schreiben und denen, die noch nicht bescheid wissen die neuesten und nicht mehr ganz so neuen Infos berichten.
Jaa, ich bin wieder auf den Weg nach Kopenhagen, denn ich habe mein Praktilkum noch einmal verlängert. Das hat sich Anfang Dezember ziemlich spontan entschieden und dafür erstaunlich gut geklappt. Ich habe sogar wieder ein Wohnheimzimmer auf dem gleichen Gang wie vorher bekommen. Das erleichtert den Umzug, ich kann meine Mitbewohner größtenteils behalten und mein Vormieter hat mir auch noch ein paar Möbel überlassen. Für das Bett bin ich ihm besonders dankbar und werde es doppelt besonders sein, wenn ich heute gegen Mitternacht da ankomme.


Mitte März ist dann aber entgültig Schluß mit meinem Superjob in Dänemark. Dann komm ich wieder zurück in mein manchmal schon vermißtes Potsdam und in unsere schöne WG, die bestimmt noch viel schöner wird, wenn unser Mitbewohner im Sommer auszieht und Manu und ich dann den oder vielleicht auch die perfekte(n) MitbewohnerIn finden.
Auch zur Uni kehre ich wieder zurück, nur der Standort ändert sich. Ich ziehe vom Neuen Palais nach Golm (was für ein Abstieg) und werde ab April einen Doktor bei dem Insitut für Geophysik machen. Gestern hatte ich ein Gespräch mit meinen zukünftigen Betreuern und tatsächlich haben wir uns darauf geeinigt, dass ich bei denen Anfangen darf. Ich wurde auch gleich mit Lesematerial ausgerüstet, für die langen düsteren Winternächte fern der Heimat (einer der Betreuer ist Däne, der kennt die).

Um frisch und ausgeruht ins neue Jahr zu starten, habe ich es über die Weihnachtsferien eher ruhig angehen lassen. Ich habe meinem Bett viel Gesellschaft geleistet, Märchenfilme mit meinen Eltern geguckt, wir haben zu Weihnachten und auch sonst viel und gut gegessen, waren 2mal in der Sauna (davon einmal mit Schnee zum abkühlen – kalt, kalt, kalt) und hin und wieder habe ich auch ein paar Freunde getroffen, was meistens auch mit Essen und/oder Kaffeetrinken erbunden war. Alles im allen 2 ziemlich entspannte Wochen. Nur die Strategie mit dem frisch und munter hat nicht ganz so geklappt. Ich habe eher das Gefühl in einen Winterschlaf gefallen zu sein, aber das wird vielleicht anders, wenn ich wieder arbeite. Morgen muß ich erstmal gucken, wo denn nun mein Schreibtisch steht. Kurz vor Weihnachten gab es sehr chaotische Umräumaktionen ohne Vorankündigung. Den letzten Arbeitsmittwoch kam ich in mein mit vielen Tischen, Stühlen und Schränken vollgestelltes und völlig unnutzbares Büro und habe wie meine Leidensgenossen auch den wichtigsten Kram irgendwie daraus hervorgezogen und einen freien Schreibtisch gesucht. Es gab Gerüchte, dass ich in ein anderes Haus umgesiedelt wurde. welches leider etwas weiter entfernt vom Kaffeeautomaten ist, dafür aber mehr Toiletten hat, als Leute drin arbeiten können. Hmm, das macht ja gar keinen Sinn.