Mit dem Schlittschuhlaufen scheint es allerdings erstmal vorbei zu sein. Nach dem letzten großen Schneefall vor 1 1/2 Wochen, wurde die tolle Fläche auf dem Lyngbysø (das ist der andere See am Wohnheim) nicht mehr geräumt und jetzt ist dort ne Buckelpiste :-(. Daher werde ich immer um so mehr neidisch, wenn sich mein Nachbar am Wochenende seine Ski unterschnallt und seine Runden um oder auf dem See oder durch den Wald dreht. Der Schwede mit dem ich ein Büro teile, kam letzte Woche auch 2mal mit Skiern zur Arbeit. Neid, Neid, Neid. Ich will auch mal im Flachland Skilaufen, wo man nicht ständig die Abfahrtspisten überqueren muß und da von 5-jährigen vorgeführt bekommt, dass die viel besser Skifahren können als ich. Na und? Dafür bin ich größer als die. Naja noch jedenfalls.
Als sportliches Alternativprogramm habe ich es vor ein paar Wochen mal wieder mit joggen versucht. Auf Arbeit hat sich eine Laufgruppe gegründet, der ich mich mal angeschlossen habe. Dabei habe ich auch recht schnell gemerkt, dass ich bis zum Sommer dringend was für meine Kondition machen muß, wenn ich da die Rennsteigstaffel laufen will. Puh, das schien mir dann gleich so anstrengend, dass ich mir lieber erstmal ne Erkältung eingefangen habe, die recht lange angehalten und mich vom Laufen entschuldigt hat. Jetzt geht sie langsam zu Ende und ich muß mir eine neue Ausrede einfallen lassen. Schnee und Kälte zählt ihr nicht. Die Dänen rennen bei jedem Wetter. Im Winter, wegen der frühen Dunkelheit oft mit diesen neongelben oder orangen Bauarbeiterwesten bekleidet und mit Blinklichtern versehen, jagen sie durch die Straßen und Parkanlagen.
Die nächsten 2 Wochen werde ich mich aber noch ans passive Sportprogramm halten und fleißig Olympia verfolgen und meine Nachbarn zu Biathlonkundige ausbilden. Die mußten im Januar schon ständig mitgucken, wenn ich den Küchenfernseher beschlagnahmt hatte. In Ermangelung eines eigenen Teams dürfen sie dann auch für die Norweger oder Schweden sein.
Neben meinem zeitraubendem Sportprogramm muß ich hin und wieder auch immer noch mal was arbeiten. Dass ich das mit deutscher Gründlichkeit tue, erkennt man vielleicht daran, dass ich immernoch mit gleichen Projekt beschäftigt bin, welches eigentlich nur bis Oktober vorgesehen war. Aber wir nähern uns jetzt langsam dem Ende. Nach 6 Monaten haben wir festgestellt, dass die Methode an der rumwerkeln nicht so wirklich praktikabel und anwendbar ist. Aber rein theoretisch funktionierts schon. Das werden verpacken wir jetzt in 2 Paper (=Artikel, nicht Geschenkpapier) in denen ich Co-Autor sein darf und dann werden die nach den optimistischen Schätzungen meines Betreuers so ungefähr um 2021 fertig sein und veröffentlicht :-).
Ach an dieser Stelle kann ich euch auch mal wieder am beruflichen E-Mail-Verkehr teilhaben lassen und euch meinen Arbeitsplan für die nächste Woche zeigen:
"If you intend to work the whole week then we can make a long worklist for you: Complete a paper or two; if any spare time, then solve the climate change problem"
Da Schulferien sind, wird es in der nächsten Woche recht leer bei uns sein und mein Betreuer plant erst in einer Woche wieder im Büro zu sein. Ich werd also meine Ruhe haben und endlich mal ordentlich arbeiten können. Vielleicht spanne ich auch noch den Max ein, der mich nächste Woche besuchen kommt.
Das Konzert war ... hmm... mir fehlen die Worte. Schlechte Musik und viele viel zu betrunkene Leute, großartig im Stil der frühen 90-er gekleidet (bunt leuchtend), die alle (so denn sie nicht zu betrunken waren) jede Menge Spaß hatten. Einfach großartig. Wer sich einen Eindruck davon machen will, kann es mit folgendem Link versuchen (man kann getrost ein paar Minuten des Anfangs überspringen): http://www.youtube.com/watch?v=GVwpXr2N8SQ
Nach dem Konzert gab es dann noch die After-Show-Party, bei der die Security dann auch endlich trinken durfte und das für umsonst. Dementsprechend kurz ist mein Samstag gewesen. Im großen und ganzen habe ich gefrühstückt, mich für die Einweihungsfeier meines Vormieters fertig gemacht und bin zur selbigen gefahren.
Zum Ausklang des Wochenende gibt es heute noch etwas Glühwein und Æbleskiver (das sind die Quarkbällchen, die es hier üblicher Weise zum Glühwein gibt und die aus irgendwelchen Gründen Apfelstreifen heißen) mit den Nachbarn und ich werd mal schauen, ob ich das heutige Biathlonrennen verfolgen kann.
Hallo Kristin,
AntwortenLöschenzwar hat Dänemark kein nennenswertes Biathlonteam (86. Platz ist nicht nennenswert), aber in der Hausgeräte Sportart Curling lagen Frauen immerhin vor Deutschland und wären fast ins Halbfinale gekommen.
Ich wußte gar nicht, daß du Technofan bist. Ich hör zwar zu Hause keinen Techno, war aber in den 90er Jahren viel dabei. Und im Moment hätte ich wieder mächtig Lust auf ne gute Party ausgewählter elektronischer Musik. Vielleicht können wir das ja mal nachholen, wenn du wieder im Lande bist.
Viele Grüße aus dem seit drei Tagen tauenden Potsdam vom ebenso aktiv passiv sportschauenden Stefan. Laß es dir gut gehen.