Vom 19.-27.09 werde ich mich also in dieser Stadt und Umgebung umher treiben und vielleicht treffe ich ja den einen oder anderen von euch Weltenbummlern auch dort. Ich hab mir schon ein paar Übernachtungen in einem Luxus-Hotel in der Nähe reserviert. Das ist schön im Grünen gelegen. Die Gegend heißt "Eden" oder so. Wenn das nicht vielversprechend ist. Der Service soll da jedenfalls super sein.
Sonntag, 30. August 2009
Konferenz im September
Vom 19.-27.09 werde ich mich also in dieser Stadt und Umgebung umher treiben und vielleicht treffe ich ja den einen oder anderen von euch Weltenbummlern auch dort. Ich hab mir schon ein paar Übernachtungen in einem Luxus-Hotel in der Nähe reserviert. Das ist schön im Grünen gelegen. Die Gegend heißt "Eden" oder so. Wenn das nicht vielversprechend ist. Der Service soll da jedenfalls super sein.
Samstag, 29. August 2009
Pölse mit Bröd und Sauerkraut
Schon wieder eine Woche vergangen und ich hab noch gar nicht vom letzten Wochenende berichtet. Dabei hatten wir doch anlässlich des Wohnheimfestes am letzten Samstag unseren „deutschen“ Biergarten, welcher traditionell von unserem Flur organisiert wird. Dieses Jahr war das auch recht passend, da wir momentan ( bis morgen ) noch 3 deutsche auf unserem Flur sind. Juliane und ich haben die sehr wichtige Aufgabe übernommen, das „Sauerkraut“ zuzubereiten. In den letzten Jahren haben die Dänen wohl versucht, Sauerkraut (das es hier einfach nicht zu kaufen gibt) an einem Tag zuzubereiten, sprich Kohl kochen und ordentlich Essig, Salz und Pfeffer ran – oder so ähnlich. Hat angeblich genauso hervorragend geschmeckt, wie es sich anhört.
Damit das Bild der deutschen Küche nicht völlig zerstört wird, haben wir uns daher, auf den Ratschlag meiner Eltern hin, entschlossen Bayrisch Kraut statt Sauerkraut zu machen. Dass das eigentlich gar kein Sauerkraut ist, merken die Dänen eh nicht und eigentlich ging es ja bei der ganzen Biergartengeschichte eh nur darum, einen Grund zu haben, schon zum Mittag mit dem Biertrinken anfangen zu können. Schließlich machen die Deutschen das alle so. Und natürlich laufen wir auch täglich in Lederhosen bzw. Dirndel umher. Umso erstaunlicher, dass die deutsche Bewohnerschaft des Flurs nicht mit diesen Kleidungsstücken aufwarten konnte und auf Leihgarben der Dänen zurück greifen musste. Da kann man mal sehen, wie gut wir uns auf unseren Auslandsaufenthalt vorbereitet haben :-) Egal. Wie die Beweisfotos zeigen, waren wir letztendlich alle hervorragend und echt deutsch gekleidet.
Sonntag hab ich dann endlich mit ein paar IAESTE-Leuten die Kanus von unserem Wohnheim ausprobiert und nach ein paar anfänglichen Steuerschwierigkeiten haben wir es, im Slalom um die ganzen anderen Kanus und Ruderboote der Sonntagfamilienausflügemacher, zum Foresø geschafft. Vielleicht sind auch eher die anderen Boote im Slalom um uns herum und wir waren ziemlich gut darin, ihnen das so schwer wie möglich zu machen. Angekommen sind wir trotzdem und haben sogar noch einen Strand zum Picknicken und Baden gehen gefunden.
Dieses Wochenende helfe ich Juliane noch ein bisschen beim Ausziehen und nachher beim Kochen für ihr Abschiedsessen. Ansonsten nutze ich es mal wieder, um mich von meinem anstrengendem Arbeitsleben hier zu erholen. Ständig Ärger mit dem abstürzendem Server. Aber so komme ich wenigstens zu kleinen Spaziergängen durch den Park hoch zum Schloß, wo die Computerfreaks des Institutes sitzen und kann denen auf die Nerven gehen, dass die das wieder reparieren sollen. Letztens habe ich auch mal ein Bild vom Schlo
ß gemacht, damit ihr mal seht, wie schick ich es auf Arbeit habe und warum ich so gerne zwischen den Häusern umher spaziere. In dem etwas kleinerem, aber viel gemütlicherem Haus, sitze ich normalerweise, wenn ich grad nicht die Computerspeziallisten besuche.
Falls morgen schönes Wetter ist und ich motiviert bin gehe ich vielleicht noch auf Fototour und fahre noch mal nach Hellerup zu dem schönem Schloß, bei dem ich schon mit meinen Eltern war und höre mir eins der Sonntagskonzerte an. Oder ich fahre zu einem schönen Park, der mir empfohlen wurde.
Samstag, 22. August 2009
Am Samstag haben wir uns in die Kopenhagener Innenstadt begeben. Und nachdem ich bei meiner Anreise am 01.08. schon dachte, ich erkenne gar nichts mehr wieder, obwohl ich doch mal mit Marie ein (mehr oder weniger unfreiwilliges)
Die kleine Meerjungfrau (auf dem Bild neben meiner kleinen Mama)
Und dann haben wir uns dass ganze nochmal von oben vom Runden Turm aus und von dem anderen Turm, mit der Wendeltreppe außen (auf den Mama verzichtet hat) angesehen.
Sonntag, 16. August 2009
Wie man Probleme löst, die man vorher nicht hatte
Schon 2 Wochen her, dass ich hier das letzte mal auf der Bank zwischen den Wohnheimhäusern gesessen habe, um euch von meinen Dänemarkerfahrungen zu berichten. Allzu langweilig ist mir bisher also nicht geworden. Und eigentlich wollte ich mir jetzt mit dem anderem deutschen Mädel, welches noch die nächsten 2 Wochen auf meinem Flur wohnt, ein Wohnheimkanu ausleihen und über den See schippern, der gleich vor unserer Haustür liegt. Leider ist das daran gescheitert, dass die Boote, zu denen wir die Nummer der Zahlenschlösser raus gefunden haben, schon reserviert waren und von den Leuten, die schon Erfahrungen mit den Bootausleihen haben oder die die dänischen Zettel im Kanukeller verstehen würden, keiner mitkommen wollte. Also haben beschlossen die Aktion zu verschieben auf einen Tag, an dem noch ein erfahrener Bootausleiher mitkommen möchte.
Inzwischen sitze ich auch nicht mehr auf der besagten Bank, sondern schon in meinem Zimmer. Ich musste meinen Bericht unterbrechen, da uns ist eingefallen, dass wir ja noch ein Alternativplan für den Sonntag Nachmittag hatten, den wir spontan noch schnell umgesetzt haben. Nicht weit von meinem Wohnheim gibt es ein Freiluftmuseeum mit ca. 100 Wohn- und Farmhäusern, Windmühlen, … aus dem Zeitraum von 1650 bis 1940. Angeblich sollen an Wochenende da auch Leute in entsprechenden Klamotten herum laufen, aber von denen haben wir keine gesehen. Vielleicht weil das Gelände so groß ist oder wir recht spät dran waren oder die gerade Ferien machen.
Und was hab ich sonst so in den letzten 14 Tagen gemacht? Nun, neben Zeugs auspacken, den Staub der letzten 3 Monate aus meinem neuen Zimmer wischen, verschiedene Wege zur Arbeit finden, einigen Nettobesuchen, Pläne für die nächsten Tage schmieden und jede Menge neue Leute kennen lernen (wie soll ich mir nur die ganzen Namen merken?), habe ich mal wieder festgestellt, wie prima ich mich beschäftigen kann, wenn eigentlich gar keine Beschäftigung da ist. Arbeitstechnisch hatte ich Freitag eigentlich gar nichts mehr zu tun. Da irgendwelche Leute Mittwoch angefangen haben, was am Server herum zu fummeln, was ungefähr eine Stunde dauern sollte. Aus meiner unwissenden Perspektive sieht es so aus, als hätten sie dabei mehr Probleme geschaffen, als sie gelöst haben. Jedenfalls war das Resultat des Ganzen, dass der Server am Freitag immer noch nicht lief und ich nicht an meine Dateien ran kam. Und mit allen mehr oder weniger sinnvollen Alternativaufgaben, die mir eingefallen sind,
hatte ich mich schon Mittwoch und Donnerstag beschäftigt. Also habe ich Freitag beschlossen, mir ein neues Ubuntu auf den Rechner zu packen, weil mein bisheriges eine ziemlich alte Version ist und das neue natürlich viel besser und schöner und bunter ist :-). Bisher war das zwar egal, da ich eh immer Windows benutzt habe, aber jetzt habe ich doch hin und wieder Gründe, mit Linux auf zu arbeiten und kann die Chance vielleicht dazu nutzen, mich mal ein wenig daran zu gewöhnen.
Nach vielem mich schlau lesen und einem fehlgeschlagenen Versuch hab ich es dann auch tatsächlich geschafft, das schicke neue Ubuntu zu installieren. Auch mir ist es dabei gelungen mehr Probleme zu schaffen, als zu lösen. Ist das immer so, wenn man einen Computer bedient? Mein großer Erfolge besteht darin, dass mein Windows nun nicht mehr erkennt, ob das LAN-Kabel angeschlossen ist. Der Zusammenhang ist mir völlig schleierhaft. Da ich den Rest des Freitages aber mit dem Versuch verbracht habe, das Problem zu lösen, damit ich auch wieder unter Windows ins Internet komme, weiß ich inzwischen, dass auch andere Windows-Linux-Nutzer schon über dieses Problem gestolpert sind. Nur die Lösung dazu habe ich noch nirgends gefunden. Nach der werde ich mal wieder suchen, wenn ich keine Lust habe euch mit meinen Computerproblemen zu nerven.
Das zweite größere Projekt, dem ich mich gerade widme, ist die in Gang Setzung eines Fahrrads. Einer der Kopenhagener IAESTE-ler hat letztes Wochenende seinen Fahrradschuppen aufgeräumt und rumstehende Fahrradleichen - vermutlich Überbleibsel ehemaliger Praktikanten - an bedürftige neue Praktikanten verschenkt. Da ich praktischer Weise gerade Eltern mit Auto zu Besuch hatte, haben wir auch eins abgeholt. Problem: „Ich will ein Fahrrad“ gelöst; Problem: „Wie kriege ich das Rad in einen fahrfähigen Zustand“ geschaffen.
Dieses neue Problem unterteilt sich nun wiederum in mehrere Teilprobleme.
Aufgabe 1: Schloss knacken
a) Werkzeug besorgen: Erledigt. Habe von meinem Betreuer Bolzenschneider und Eisensäge geliehen bekommen.
b) Schloss knacken als Vorgang an sich: Erledigt. Hat mich allerdings 3 Abende gekostet. Dienstag habe ich noch mit dem Bolzenschneider direkt neben dem Fahrradschuppen rumhandtiert und mit einem etwas unguten Gefühl darauf gewartet, dass einer der Fahrradabholer/-absteller oder ein Ausdemfenstergucker mich fragt, was ich da eigentlich mache. Aber wahrscheinlich haben die mir sofort alle meine Unfähigkeit angesehen und sich daher keine Sorgen um ihre oder andere Räder gemacht. Nach mehreren Stunden verzweifelten Bemühens, dachte ich mir, es wird zu peinlich, wenn die nächsten Tage da immer noch an dem gleichen Schloss rumknacke und habe meine kriminelle Tätigkeit in mein kleines Zimmer verlegt. Gestern Vormittag ist es mir dann endlich gelungen, nachdem ich schon 3mal aufgegeben und dann doch wieder angefangen hatte.
Aufgabe 2: Schlauch und eventl. Mantel vom Hinterrad wechseln
a) Schlauch kaufen: Erledigt und dabei gelernt, dass man hier sogar in Fahrradläden eine Nummer ziehen muss, um ran zukommen.
b) Hinterrad abbauen: Scheitert momentan daran, dass ich die verrostete Schraube nicht locker kriege.
c) Schlauch wechseln: Scheitert an 2.b)
d) Hinterrad wieder einbauen: Bin ich noch sehr weit von entfernt
Aufgabe 3: Kette und Zahnräder von Dreckverkrustungen befreien, so dass sich das Ganze bewegen lässt: teilweise erledigt.
Zusatzaufgabe: Licht anbringen
Alternativaufgabe zu 2, 3 und Zusatzaufgabe: Rad zum Fahrradladen bringen.
Solange ich diese Aufgaben noch nicht erfüllt habe, strampel ich noch mit meinem kleinen Klappfahrrad in 45min zur Arbeit (was mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auch nicht schneller gehen würde). Immerhin habe ich da nach 2 Tagen schon raus gefunden, wie ich die Gangeinstellung ändere, so dass ich nicht nur Gänge zur Verfügung habe, die ich normalerweise höchstens zum bergauf fahren einstellen würde. Mensch, ich bin schon ein ziemlicher Fahrradprofi :-D.
So jetzt wisst ihr schon ziemlich gut, womit ich meine Zeit hier verbringe. Zwischendurch war auch noch 2mal Grillen angesagt (mit IAESTE und Kollegen). Nächsten Dienstag ist auch wieder IAESTE-Grillen und danach geht es, wie jeden Dienstag, in den Studentenkeller in dem man Bier und den leckeren Cider, den ich total gerne mag, für vergleichbare günstige 3€ bekommt.
Außerdem läuft momentan noch eine Freiluftkinoreihe. Jede Woche an einem anderen Ort und letzte Woche waren die in Charlottenlund, also da, wo ich arbeite und ich habe mir zusammen mit ein paar anderen Praktikanten „Revolutionary Road“ angesehen. Muss man nicht unbedingt gesehen haben (hat ziemlich wenig Handlung, dafür wird aber viel geredet), viel spannender war das ganze Ambiente -direkt am Wasser – und die Dänen zu beobachten, die es sich dort teilweise schon einige Stunden mit Decken, Picknickkorb und Einmalgrill gemütlich. Unsere Gruppe, war daran zu erkennen, dass wir weder Schlafsäcke noch Kissen, noch Klappstühle, noch Grill dabei hatten. Aber Glückskeks Kristin hat bei den Werbeleute von Tuc die Glückskekspackung gezogen, mit der ich die Entleihung eines riesigen gelben Kissens gewonnen habe, auf dem es sich 3 Leute gemütlich machen konnten ohne einen kalten Arsch zu kriegen. War prima. Und die Massen der Radfahrer Fahrradsuchen und heimradeln zu beobachten, war auch sehr interessant.
Ohje, jetzt hab ich schon wieder so viel geschrieben und habt bestimmt schon 3mal runter gescrollt um zu gucken, wo den endlich Schluss ist. Langsam sollte ich auch mal ins Bett. Da werde ich zum Besuch meiner Eltern, die letztes Wochenende mit einem Auto voller Süßigkeiten, Alkohol und guten edener Erzeugnissen angereist sind, mal nichts mehr schreiben und statt dessen in den nächsten Tagen ein paar Bilder davon in den Blog stellen.
Ich wünsche euch eine gute Nacht und gebe mir Mühe, das mit den Bildern bald zu machen.
Ach und danke noch, für die vielen Mails und nicht böse sein, dass ich manche noch nicht beantwortet habe.
Kristin
Mail vom 02.08.
Hallo ihr Lieben,
ich hab es geschafft, ich bin in Kopenhagen angekommen und habe gestern Abend mein Wohnheimzimmer in Lyngby bezogen. Um Internetzugang muss ich mich zwar noch kümmern, aber vielleicht kann ich heute schon mal Internet von einem Nachbarn benutzen um euch die „Alles ist gut“ E-Mail zu schicken und zu gucken ob mir die vor-Ort-IAESTEler noch Infos zu meinen ersten Arbeitstag morgen geschickt haben.
Ach ja, falls es bei irgendjemanden noch nicht angekommen sein sollte: Ich bin jetzt für 3-5 Monate in Kopenhagen und mache hier ein Praktikum an der Technischen Uni - Aqua. Was ich da genau machen werde, erfahre ich vermutlich innerhalb der nächsten Woche, bisher weiß ich, dass es um Strömungsmodelle von Plankton geht.
Die zweite wichtige Info ist, dass ich am 21.07. meine letzte Diplomprüfung bestanden und letzten Dienstag meine Diplomarbeit abgegeben habe. Die Verwandtschaft darf jetzt also aufhören sich Sorgen zu machen. :-)
Nach einer tollen Party am Freitag Abend/ Samstag Morgen (Danke an Max und die anderen Veranstalter, deren E-Mail-Adressen ich nicht habe), bei der ich noch ein paar Leute abschiedsdrücken konnte, habe ich mich dann gestern früh von meinem Privattaxi nach Berlin fahren lassen (Danke Toni fürs Fahren und Winken und Danke Manu fürs Toni-zum-Fahren-überreden und auch fürs Winken ;-)) und den Bus nach Kopenhagen bestiegen. (Schöner Klammer-Schachtelsatz :-) )
Zum aufgeregt sein war ich dann doch zu müde und so habe ich den größten Teil der Fahrt mit Schlafen verbracht. Dass wir irgendwann an der Ostsee angekommen sind, habe ich an der gestiegenen Marienkäferdichte gemerkt. Von denen haben es sich auf der Fähre auch gleich 2 je auf einer meiner Schuhspitzen gemütlich gemacht und gemeinsam habe wir die Käfereskorte auf der anderen Seite des Fensters beobachtet. Von den in der Zeitung beschriebenen fiesen Charakterzügen der kleinen Tierchen konnte ich dabei nichts entdecken, aber vielleicht haben die beiden auf meinen Schuhen sitzenden, heimlich ihre nicht an Bord gekommenen Artgenossen hämisch angegrinst. Als die dann außer Sicht waren und es sonst nichts mehr spannendes zu beobachten gab, haben wir 3 uns zu einem Mittagsschläfchen zusammen gerollt und haben uns nicht mehr groß gerührt, bis dänisches Land in Sicht kam. Dann haben wir uns verabschiedet und ich bin wieder zu meinem Bus gegangen.
Im Bus habe ich dann die magischen Eigenschaften meiner Tasche entdeckt. Vielleicht hat der eine oder andere schon den aktuellen Harry Potter Film gesehen. Ich wurde Donnerstag noch von meinen Eltern ins Kino eingeladen. Da gibt es jedenfalls einen Schrank, in den man Dinge legen kann und die verschwinden dann. Das gleiche hat meine Tasche mit meinem Portemonnaie (incl. Ausweis und Visa/EC-Karten) gemacht. Ich habe versucht nicht allzu nervös zu werden, noch mal in der ganzen Tasche nachgeguckt und dann beschlossen, zu meinem Fährplatz zurück zu gehen und zu schauen, ob es irgendwo raus gefallen ist. Schnell noch den Busfahrern bescheid gegeben, die uns vor dem Erreichen der Fähre noch ermahnt hatten, dass wir nicht zu spät wieder zum Bus kommen sollen, weil der nirgends warten kann, wenn wir das andere Ufer erreicht haben.
Auf der Fähre habe ich leider kein Portemonnaie gefunden und von dem aufräumenden Personal hatte es auch keiner gesehen. Hmm, schön blöd. Viel Zeit für weitere Recherchen blieb aber nicht. Mein Bus hatte inzwischen schon die Fähre verlassen und ich bin ihm an der Schlange der ausfahrenden Autos mit jeder Menge Adrenalin im Blut hinterher gerannt. Nach einem 200m Sprint in persönlicher Bestzeit habe ich den Bus auf einem Seitenstreifen parken sehen und einer der netten Busfahrer war mir auch schon ein Stück entgegen gekommen.
Zurück im Bus, habe ich ein paar Minuten später dann noch mal in meine Tasche geschaut (keine Ahnung warum) und da lag oben auf mein Portemonnaie. Hmm? Der Harry-Potter-Schrank konnte verschwundene Dinge auch wieder zurück schicken. Ich glaube, meine Tasche arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip. Hoffentlich hat sich der Busfahrer nicht all zu viele Sorgen um mich gemacht. Mir war es dann doch zu peinlich, ihm zu berichten, dass das Portemonnaie wieder aufgetaucht ist und ich hielt es für unwahrscheinlich, dass ich ihn von den Zaubereigenschaften meiner Tasche überzeugen kann.
Der Rest der Fahrt verlief dann recht ereignislos. Beim Aussteigen habe ich tatsächlich noch den anderen Potsdamer im Bus identifiziert, von dessen Fahrt nach Kopenhagen ich Freitag Abend zufällig noch gehört hatte. Der wurde aber gleich von seiner Tandempartnerin entdeckt, so dass wir nicht viel Zeit zum Informationenaustausch hatten. Mein Abholer war nicht ganz so gut informiert, aber nach ein paar mal hin und her telefonieren, habe ich ihn schließlich gefunden und er hat mich in mein neues Zuhause (Wohnheimzimmer) gebracht.
Im ersten Moment waren wir beide etwas verwirrt, von dem ganzen Zeugs, dass da noch im Zimmer lag, aber dann haben wir einen Zettel gefunden aus dem hervor ging, dass ich das Zimmer zur Zwischenmiete habe und der Bewohner noch etwas Kram da gelassen hat.
Das Wohnheim hat T-Heim-Charakter. Es ist ein etwas älterer Jahrgang und es gibt eine Gemeinschaftsküche, die man sich mit ca. 20? (wie viel genau, habe ich noch nicht rausgefunden) Leuten teilt. Dadurch scheint es auch recht gesellig zu sein. Der erste Däne, den ich in der Küche getroffen habe, hat mir erst mal grob das Küchensystem erklärt und mir geholfen, einen freien Kühlschrankplatz zu finden. Der wusste auch gleich bescheid, dass ich deutsche bin, denn mittlerweile gibt es davon 3 auf dem Flur und da versuchen die Dänen über unsere Invasionspläne auf dem Laufenden zu bleiben.
Den Kühlschrank mit den geheimen Biervorräten habe ich auch schon entdeckt. Jetzt muss ich mir noch einen Schlüssel dazu besorgen :-)
Auf meiner kleinen Spazierrunde heute, habe ich noch den nächstgelegenen Netto ausgekundschaftet und auf dem Weg zurück einen kleinen Uferweg entdeckt, der mir sofort für gute Joggingvorsätze geeignet schien. Allerdings scheinen das alle laufaktiven, in der Nähe wohnenden Kopenhagener auch so zu sehen und als einfacher Spaziergänger habe ich mich von den vielen Joggern etwas gehetzt gefühlt und fast ein schlechtes Gewissen gekriegt, einfach nur so umher zu spazieren. Ins Schwitzen gekommen, bin ich bei dem warmen Wetter aber auch so.
So, ich mach jetzt erst mal Schluss, sonst hat keiner mehr Lust die Mail zu lesen. Ich weiß ja, wie abschreckend lange Texte sind. Außerdem ist die Sonne weg und meine Zimtschnecke, in die ich heute die Hälfte von Gundis Startkapital investiert habe, alle und ich bin grad neugierig, wo die Musik herkommt, die auf den Innenhof des Wohnheims schallt.
Das nächste mal gebe ich mir Mühe den Text mit ein paar Bildern aufzulockern. Landschaftlich ist es hier aber lange nicht so ansprechend, wie in meinem kleinem norwegischem Kaff.
Bis zur nächsten Nachricht.
Liebe Grüße,
Kristin