Mittwoch, 25. November 2009

Skandinavian Reisen

Heute muß ich euch mal am E-Mail-Verkehr meiner Kollegen teilhaben lassen.
Zum besseren Verständis: Mark ist Australier (oder vielleicht war es auch Neuseeland) hat seinen Arbeitsplatz im Schloß und ist außerdem einer der Fortran-Leute, mit denen ich zusammen arbeite.

Betreff: missing sandal

Mark:

Hi,

Has anyone seen a black sandal lying around the castle somewhere? I seem to have lost one, unfortunately... It's for the left foot, is black, is size 41/42, is of the brand havaianas and has a brazilian flag on it.

If anyone haas seen it, I would quite like it back - I look a little silly walking around with just one...

Mark

Jane:

Is it not normal for a kiwi just to use one shoe?

Mark:

Cinderella has found [his] shoe! And is very happy for it!


Für den Fall, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht, möchte ich noch hinzufügen, dass wir immer noch hart an unserem Projekt arbeiten und fleißig darauf hoffen am Ende schicke Ergebnisse zu kriegen.

Zwischendurch habe ich auch mal wieder meine Touristenpflichten wahrgenommen und Wochenendausflüge nach Norwegen und Stockholm gemacht

Nach über 2 Jahren und vielem drüber Reden, habe ich es endlich geschafft Porsgrunn und den Leuten dort einen Besuch abzustatten. Und schon im Zug von Oslo nach Porsgrunn war ich einmal mehr, trotz diesigem Novemberwetter, von den Landschaft begeistert. Einfach wow. Da hat mein Herz schneller geschlagen und ich habe mich daran erinnert, warum ich im Sommer dort unbedingt Urlaub machen muß.

Und es war einfach großartig die Leute wieder zusehen. Leider waren nicht alle dort, weswegen ich 2010 nochmal vorbei schauen muß, aber es war trotzdem prima. Wie in guten alten Zeiten, habe ich bei meinen SriLankanern gewohnt. Die haben jetzt ein Auto und wir sind zu meinem Lieblingsfjord gefahren, waren Pizza essen, haben Siedler gespielt und nervige Möwen gefüttert, die im Sommer sicher wieder die ganze Nacht durch Rabatz machen. Natürlich mußte ich auch bei TelTek rein gucken. Von den Leuten, mit denen ich gearbeitet habe, ist kaum noch einer da, aber die haben jetzt einen Kaffeeautomaten :-)


Ein Wochenende später ging es nach Stockholm mit ein paar anderen IAESTE-Praktikanten. Auch da gab es verregnetes, diesiges Novemberwetter und die meiste Zeit war es dunkel. Aber mir hat die Stadt trotzdem gefallen - mit den vielen Inseln und Brücken und dem ganzen Wasser dazwischen, welches eine zu dichte Bebauung verhindert und so (im Sommer wahrscheinlich noch viel großartigere) Blicke auf die alten Häuser frei gibt.

Für die düsteren Wintertage gibt es jede Menge Museen. Aus Zeitgründen mußten wir uns auf eines beschränken und unsere Wahl fiel auf das Vasamuseeum. Eine großartige Wahl. Man betritt das Museeum und hat sofort einen beeindruckenden Blick auf die "Vasa" - ein 1628 gesunkenes und nach 333 Jahren wieder geborgenes und ziemlich gut erhaltenes Schwedisches Kriegsschiff. Wenn man sich daran satt gesehen hat, kann man sich noch darüber schlau machen, warum das Schiff gesunken ist, wie es gefunden und geborgen wurde, wie das Leben auf einem Kriegsschiff und sonst so in Schweden damals aussah und und und ...
Leider ging uns die Zeit aus, bevor wir alles bestaunen konnten, aber der Besuch hat sich trotzdem gelohnt.


Wie es sich für ordentliche Touristen gehört, waren wir am Sonntag Abend nach dem ganzen Sightseeing und dem Samstag-Nacht-Leben total fertig und nur noch dazu in der Lage uns im Hostel was zu Essen zu machen und auf den Nachtzug zurück nach Kopenhagen zu warten.


Donnerstag, 5. November 2009

Groß Reinemachen

Unglaublich, aber wahr. Es sieht doch tatsächlich so aus, als hätte ich noch etwas Zeit zum Blogschreiben, bevor ich mich auf meine nächtliche Reise nach Norwegen mache, um meine Porsgrunner zu besuchen.
Vor lauter Schreck weiß ich gar nicht mehr, was die letzten Wochen so los war.

Also da war natürlich unsere TDC-Party (Tour de chambre - für die Französich verstehenden unter euch) auf unserem Gang. Ein super Abend. Wir haben mit einem gemeinsamen Abendessen angefangen (Grundlage schaffen, nennt man das wohl) und dann haben wir nacheinander die Zimmer der teilnehmenden Leute besucht. In jedem Zimmer gab es einen Cocktail (oder ähnliches), der vom Gastgeber gereicht wurde und wenn alle Gläser gelehrt waren, sind wir weiter gezogen. Unterbrochen wurde das ganze vom Verzehr des Desserts und des Abendmahls, von einer Bierstaffel und einem Treffen mit den Bewohnern 2 anderer Gänge, die gerade am gleichen Wochenende TDC hatten. Viel mehr muß ich zu dem Abend eigentlich gar nicht mehr erzählen. Es war großartig, wir hatten alle sehr viel Spaß und am nächsten Tag einen kollektiven Hangover.
Achso ja, das ganze fand unter einem Thema statt (über das wochenlang abgestimmt und neuabgestimmt wurde), zu dem sich alle entsprechend kleiden und ihre Zimmer dekorieren. Das Thema kann ich aber noch nicht verraten, denn - wie üblich - verspreche ich mal wieder irgendwann Fotos von der Feier nach zu liefern und dann dürft ihr anhand dieser raten, was das Thema war.

Am Sonntag eine Woche später, also letzten Sonntag, fand dann die große Küchenreinigung statt mit Fensterputzen, Kühlschränke abtauen und reinigen, Öfen reinigen, Schränke auswischen,...). Das ist wohl der geheime eigentliche Grund für die TDC. 1-2 mal im Jahr entscheiden dänische Studenten, dass die Gemeinschaftsküche selbst für studentische Verhältnisse zu - äähh - unappetitlich geworden ist und eine Grundreinigung vertragen könnte. Damit sich diese aber auch wirklich lohnt und man ganz ganz sicher ist, dass es Zeit zum Putzen ist, gibt es vorher noch die große Party. Und nach einer Woche ausnüchtern wird dann geschrubt, bis die Hände blutig sind oder sich deren Hautoberfläche auf Grund des Wassereinflusses doppelt so groß geschrumpelt hat.
Übrigens fand die erste Grobreinigung (Geschirrwaschen, Essenreste beseitigen usw.) bereits den Sonntag vorher statt. Nicht dass jetzt jemand Eckelattacken kriegt.
Vom Putzen gibt es übrigens keine Bilder. Ich werde also auch keine nachliefern.

Ansonsten wird es hier immer kälter, dunkler, naßer und windiger. Der gestrige Weg zur Arbeit mit heftigem Gegenwind hat ca. 1 1/2 so lange gedauert, wie üblich und als ich am Charlottenlunder Schloßpark vorbei gefahren bin, hat es rechts von mir plötzlich heftig gekracht und gerumpelt und - wie ich etwas später festgestellt habe - einen recht stattlichen Baum auf die Seite gelegt.
Die von mir am meisten bewunderten Arbeiter des gestrigen Tages waren die Fahrradbriefträger und die Parkarbeiter, die versucht haben Berge von Laub von den Wegen zu fegen. Ich zweifle allerdings daran, dass das einer der effektivsten Jobs war.
Auf dem heutigen Weg zur Arbeit boten sich plötzlich ganz neue Bilder und die entlaubten Bäume gaben Blicke frei, die sie bisher verborgen hatten.

Mit dem schlechter werdendem Wetter wird es drinnen nun um so "hyggeliger", um eins der dänischen Lieblingswörter zu benutzen, welches sich wohl am ehesten mit gemütlich übersetzen läßt.


Mittwoch, 4. November 2009

Es schneit ...

... wässrigen Matschschnee und stürmt, dass es die Bäume im Park entwurzelt. Ich freu mich schon auf den nach hause Weg.